Zeitung Heute : "Austauschmotor" besagt bei Privatverkauf wenig

Verkauft eine Privatperson ein älteres Fahrzeug mit Austauschmotor, ist sie nicht zum Nachweis der Gesamtlaufleistung verpflichtet. Das berichtet die in Köln erscheinende Zeitschrift "OLG-Report" (Ausgabe 14/2001) unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichtes Koblenz (Aktenzeichen: 3 U 674/00). Vielmehr müsse im Konfliktfall zunächst der Käufer über einen Sachverständigen die Kilometerleistung des angeblichen Austauschmotors feststellen lassen.

In dem entschiedenen Fall enthielt der Kaufvertrag den Passus, das Fahrzeug verfüge "nachweislich" über einen Austausch-Motor mit einer Laufleistung von 30 000 Kilometern. Dennoch sei nicht der Verkäufer zum Nachweis verpflichtet, urteilte das Gericht. Zwar gebe es für Austauschmotoren klare Kriterien. Eine Garantie dafür kann aber nach Ansicht der Koblenzer Richter nur angenommen werden, wenn der Verkäufer tatsächlich Kraftfahrzeugfachmann ist.

Für die Einstufung als Austauschmotor gilt den Angaben der Juristen zufolge generell, dass alle beweglichen Motorteile und sonstigen Aggregate durch Neuteile ersetzt werden. Der Motor muss zudem nach den Methoden der Serienfertigung hergestellt und nach den Kriterien für Neuwagen erfolgreich geprüft worden sein. Schließlich müsse eine Seriennummer eingestempelt und eine Garantiekarte vergeben werden. Beim Verkauf von Privat an Privat sei grundsätzlich nicht davon auszugehen, dass die Bezeichnung "Austauschmotor" einen solch klaren und weit reichenden Inhalt habe, stellte das Gericht fest.

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