Zeitung Heute : Autonome muskeln auf

Der Tagesspiegel

Eine Woche vor dem 1. Mai sind die Planungen und Vorbereitungen der Polizei längst nicht abgeschlossen - vor allem die Frage, von welchen Bundesländern wie viele Beamte zur Unterstützung nach Berlin entsandt werden, ist derzeit noch unbeantwortet. Da im gesamten Bundesgebiet zahlreiche Veranstaltungen stattfinden werden, darunter auch Kundgebungen rechter Gruppen, hält sich die Bereitschaft, Beamte an Berlin „auszuleihen“ derzeit in Grenzen: „Bundesweit gibt es ein Gezerre um die Unterstützungskräfte“, beschrieb ein Beamter die momentane Situation. Derzeit sind berlinweit 49 Veranstaltungen für den 1. Mai angemeldet worden.

Die Polizeiführung würde am liebsten an diesem Tag ebenso viele Beamte einsetzen wie 2001 - damals waren 6000 bis 7000 Polizisten auf der Straße - aber diese Zahl werde vermutlich nicht erreicht. Gleichzeitig werde noch mit verschiedenen Veranstaltern über die Routen der angemeldeten Demonstrationen verhandelt. Zum Beispiel über die Strecke, für die um 18 Uhr geplante „Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration“. Geplant war, sie entlang der Friedrichstraße, über die Fischerinsel und vorbei am Außenministerium zu führen. Aber: „Eine Route durch die östliche Innenstadt wird es nicht geben“, heißt es aus der Polizeiführung.

Dort muss man sich derzeit mit einer neuen Taktik linker Gruppen beschäftigen, die unbedingt die bisher noch geheim gehaltene Route der NPD-Demo herausfinden wollen. Es habe eine Vielzahl von Demonstrationsanmeldungen an unterschiedlichen Orten gegeben, hieß es. Offenbar warten die Anmelder darauf, dass die Polizei die Protestaktionen für bestimmte Bereiche untersagt. Dies könnte dann als Indiz gewertet werden, dass in diesem Gebiet die Demonstration der NPD stattfindet.

Gleichzeitig bereitet sich die Polizei auf Ausschreitungen in Kreuzberg vor. Hinweise, dass auch dieser 1. Mai nicht friedlich enden wird, gibt es genug. Eine Gruppe „Fels“ (“für eine linke Strömung“) hat bereits verkündet: „Mit oder ohne Bullen-Provokation wird es Randale geben“. In einer Szenezeitschrift der Autonomen Antifa heißt es: „Wir wollen kein Stück vom Kuchen, wir wollen die ganze Bäckerei – kaputt machen!“ Und in der Autonomen-Zeitschrift „Interim“ wurde Anfang April dazu aufgefordert, „Massive Bullenpräsenz mit Steinhagel und brennenden Autos beantworten!“ weso

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