Zeitung Heute : Bachelor „Elementarpädagogik“ Dem Leben auf der Spur

Die EFB kooperiert mit zwei Erzieherfachschulen Life Science Engineering (FHTW) und Urbanes Pflanzen- und Freiraummanagement (TFH)

Matthias Manych

Die Evangelische Fachhochschule Berlin (EFB) plant zum Wintersemester 2008/ 2009 die Einrichtung eines Bachelorstudiums „ Elementarpädagogik“ in Kooperation mit zwei evangelischen Fachschulen für Sozialpädagogik. Ziel ist die Erweiterung und Verwissenschaftlichung des Erzieherberufes. „Wir möchten auf die Ausbildung an den Fachschulen aufbauen“, sagt Petra Völkel, Professorin an der EFB. Denn die sei nach wie vor sehr breit angelegt und bereite zum Beispiel auch auf die Arbeit mit Jugendlichen vor. Der neue Studiengang soll sich dagegen auf den Umgang mit jungen Kindern in Kita und Grundschule konzentrieren. Kooperationspartner sind das Evangelische Oberlinseminar Berlin und die Fachschule des Evangelischen Johannesstifts Berlin. „Die Ausbildung an den Fachschulen soll auf das Studium angerechnet werden können“, erklärt Petra Völkel. Wer diese abgeschlossen hat, soll das sechssemestrige Studium in nur vier Semestern absolvieren können. „Wir möchten schauen: Was können die Fachschulen in ihrer Ausbildung leisten? Und was können wir als Fachhochschule noch draufsatteln“, so Völkel. Als Beispiel nennt die Professorin etwa den Bereich Sprachentwicklung und -förderung. „Ausgebildete Erzieher sollen sich bei uns wissenschaftlich weiterbilden können, ohne noch einmal ganz von vorne anfangen zu müssen, wie das normalerweise in einem grundständigen Studiengang der Fall wäre.“ Silke Zorn

Die Idee ist ziemlich alt: Personal wird entsprechend den Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgebildet. Hartmut Balder von der Technischen Fachhochschule Berlin (TFH) berichtet, dass Peter Josef Lenné für die Gestaltung des Parks Sanssouci besser qualifizierte Gärtner brauchte. Also wurde 1823 die Gärtnerlehranstalt zu Schöneberg und Potsdam ins Leben gerufen. Heute finden zur Verbesserung der Ausbildung selten Hochschulneugründungen statt. Stattdessen wird auf Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt und dabei das Lehrangebot modernisiert. Zwei neue und gute Beispiele dafür sind der Studiengang Gartenbau mit dem darauf aufbauenden Master Urbanes Pflanzen- und Freiraummanagement an der TFH sowie der Studiengang Life Science Engineering an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (FHTW).

Wer sich für die Herstellung von Arzneimitteln mithilfe von Mikroorganismen interessiert oder Nanopartikel für Pflanzenschutzmittel einsetzen möchte, ist beim Life Science Engineering richtig. Zunächst wird im Bachelorstudiengang die naturwissenschaftliche Basis vermittelt, dann Grundkenntnisse der Verfahrenstechnik und Informatik. Wichtiger Bestandteil sind Analysemethoden, mit denen die Auswirkungen neuester Produktionsprozesse auf Mensch und Umwelt bewertet werden können. „Wir haben einen sehr hohen praktischen Anteil in der Ausbildung“, betont Claudia Baldauf, Sprecherin des Studiengangs. Nach der Mathevorlesung geht es ins Labor, um zum Beispiel Penicillin oder Sauerkraut herzustellen.

Der Master-Abschluss qualifiziert für biotechnologische Produktionsverfahren. Mit den eingesetzten Computersimulationen, wie sie auch in der Industrie Verwendung finden, wird auf die Planung ganzer Produktionsanlagen vorbereitet. Ein dreimonatiges Auslandspraktikum, derzeit in England oder den USA, sorgt für internationale Erfahrungen. Außerdem werden die Studierenden von Mentoren unterstützt. Bachelor und Master starteten im Wintersemester 2006/2007. Dabei „ist uns der Spagat gelungen, einen soliden Ingenieur auszubilden, der aber auch mit einem modernen Lehrplan auf die neuen Anforderungen der Branche vorbereitet ist“, sagt Baldauf.

So sieht es auch Hartmut Balder, zuständig für den Master Urbanes Pflanzen- und Freiraummanagement: „Die Umstellung auf Bachelor und Master zwingt uns alle, unser Ausbildungsangebot zu hinterfragen: Was für Absolventen braucht der Markt von morgen?“ Das Berufsfeld Gartenbau wird immer stärker technisiert, Gewächshausklima und Boden werden mit Hightech gesteuert. Besonders wichtig ist auch die Beratung professioneller Kunden wie Gartenarchitekten oder Landschaftsplaner. Entsprechend wurde das Lehrangebot im Bachelor geplant. Dort wird etwa gezeigt, was mit einer falsch gepflanzten Staude passiert, welche Pflanze sich für windige oder schattige Standorte eignet und welche Pflege sie braucht. Das Bachelor-Studium orientiert sich am bisherigen Diplom, erweitert um den wichtigen Aspekt urbaner Gartenbau, und sieht auch Praktika in Betrieben weltweit vor.

Im Master-Studium geht es um Konzepte für das Grün im Umfeld und innerhalb von Gebäuden. Neben der Pflanzenproduktion stehen der Einkauf von Pflanzen sowie die Planung von Grünkonzepten, auch in Bezug auf Feinstaubbelastungen und Klimaveränderungen, im Vordergrund. Ein anspruchsvolles Berufsfeld, denn das Design von Plätzen und Orten wird immer ambitionierter und muss gleichzeitig kostengünstig zu pflegen sein.

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