Bad : Die Seifenschale wird langsam verdrängt

Bei Bad-Accessoires sind klare Formen angesagt. Je mehr das Bad sich vom reinen Funktionsraum zum Wohlfühlraum entwickelt, umso mehr Wert wird auf die Gesamtgestaltung gelegt. Dazu gehören auch die Accessoires.

Eva Neumann[dpa]

Die Grundausstattung besteht aus Seifenspender oder -halter, einer Ablagemöglichkeit in der Dusche sowie Handtuchhalter oder -haken. Dazu kommen ein Papierrollenhalter, eine Bürstengarnitur und ein kleiner Mülleimer. Darüber hinaus sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt: Von Zahnputzbecherhaltern über Behälter für Kosmetiktücher bis hin zu Tabletts für die Badewanne ist alles zu haben.

Die gute alte Seifenschale gibt es immer noch: Originelle Keramiktiere lümmeln auf dem Waschbeckenrand, elegante Glasschalen hängen an der Wand. Allerdings wird die Schale zunehmend vom Seifenspender verdrängt.

Ein ähnliches Schicksal droht den Handtuchhaltern, speziell den größeren Exemplaren. „Wer sein Bad saniert oder komplett neu gestaltet, braucht meist keinen größeren Handtuchhalter mehr, weil er sich heute in der Regel für einen Röhrenheizkörper entscheidet“, sagt Eva Barth-Gillhaus vom Bundesverband für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur in Köln. Darauf werden Bade- und Duschhandtücher angenehm vorgewärmt.

Soll es doch ganz klassisch ein Handtuchhalter sein, sind Modelle mit zwei Stangen die Favoriten. Die Stangen sind stabförmig oder eckig, über- oder nebeneinander angeordnet, manchmal sogar ausziehbar und lassen sich meist auseinander spreizen. Für das kleine Handtuch nach dem Händewaschen werden im modernen Bad gern Ringe angebracht. Sie präsentieren sich geschlossen oder halb offen, rund, oval oder auch eckig.

Im Zweifelsfall reicht neben dem Waschtisch aber auch ein einfacher, platzsparender Haken. Weitere Haken werden benötigt, wenn Bademäntel aufgehängt werden sollen. Sie finden sich in der Regel im Türbereich wieder. Praktisch sind Hakenleisten, die über das Türblatt gehängt werden.

In der Dusche sind korbartige Ablagen gefragt. Je nach Anzahl und Gewohnheiten der Nutzer reicht hier ein einziges Fach für die diversen Kosmetika und Utensilien meist nicht aus. Die Hersteller bieten deshalb Modelle mit zwei bis drei übereinander angeordneten Körben an. Besonders flexibel sind Körbe, die nicht in der Wand befestigt sind, sondern über die Duschabtrennung gehängt werden.

Vom Seifenspender bis zur Bürstengarnitur gibt es alle Bad-Accessoires im Baumarkt oder im Sanitärfachhandel, im Kaufhaus oder beim Designer, in den verschiedensten Materialien und Formen. Nach Expertenmeinung geht der Trend eindeutig zu klaren Formen in Metallausführungen. Edelstahl ist zwar oft zu sehen, weit häufiger verkauft wird jedoch nach Angaben der Fachhändler mit Chrom beschichtetes Messing.

Im Hochpreissegment ist die Badgestaltung aus einem Guss angesagt: Sanitärkeramik, Armaturen und Accessoires müssen exakt passen und werden zusammen gekauft. Dann findet sich beispielsweise der Perlrand eines Armaturgriffes an der Schale der WC-Bürste wieder. Doch der durchschnittliche Kunde übt bei Accessoires eher Zurückhaltung und kauft diese in der Regel im Nachhinein. Das heißt aber nicht, dass das Zubehör dann nicht mehr zum bereits vorhandenen Bad passt. 

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