Zeitung Heute : Bäder-Bredouille: Die Gründerzeit der Badeanstalten

Die ersten Bäder in Berlin entstanden in privater Initiative. Bauherr war eine 1853 gegründete Aktiengesellschaft. Diese setzte nicht nur auf Rentablilität. Ihr erklärtes Ziel war es, die Badeanstalten für alle Bevölkerungsschichten zu öffnen. Den Unternehmern ging es nämlich vor allem um Hygiene: Im 19. Jahrhundert waren Bäder in Wohnungen die Ausnahme. Deshalb enthielten die Schwimmbäder vor allem Wannenbäder und Duschen. Vielleicht lohnte deshalb auch das Geschäft mit den Badeanstalten: Sie erwirtschafteten Gewinn. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm sich der Berliner Magistrat der Gesundtheitspflege an und baute die ersten städtischen Volksbäder. Die meisten dieser Schwimmbadgebäude wurden im Stil des Historismus oder der frühen Moderne mit architektonischen Reminiszenzen an Renaissance, Barock oder Klassizimus erbaut. Die älteste dieser Volksbadeanstalten steht heute noch in der Turmstraße, der Hauptbau wurde aber 1955 stark umgebaut. Die meisten der von 1892 bis 1915 in Charlottenburg, Kreuzberg, Neukölln, Spandau und Steglitz errichteten Schwimmbäder blieben kaum verändert erhalten und werden noch genutzt. Weil die Kosten für ihren Betrieb hoch, die Zahl der Besuchers aber gering ist, stehen die meisten vor dem Aus.

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