Zeitung Heute : Bahn frei für Autos auf dem Alex?

Der Tagesspiegel

Mitte. Der Alexanderplatz soll attraktiver werden – für Autofahrer jedenfalls. Die Grünen laufen dagegen Sturm. In einem für heute angesetzten Gespräch mit Verkehrspolitikern von SPD und PDS will Mittes Stadtentwicklungsstadträtin Dorothee Dubrau (Bündnisgrüne) den Senat von seinen Plänen abbringen, die Fußgängerzone vor den Rathauspassagen und am benachbarten Cubix-Kino zur Durchgangsstraße umzubauen.

Die Grünen befürchten die Schaffung eines neuen Schleichweges, wenn im Zuge der schon beschlossenen Straßenbahn-Verlängerung zu den Rathauspassagen die Gontard- und die Rathausstraße tatsächlich für den Autoverkehr ausgebaut werden sollten. Dass auf der Strecke Tempo 30 gelten soll, ist für sie kein Trost. Denn angesichts der oft zugestauten Straßen rings um den Alex könne sich die bisher zwar wenig attraktive, aber zumindest halbwegs ruhige Promenade zur Hauptverkehrsader entwickeln.

Claudia Hämmerling, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus, hält die Idee des Straßenbaus für ebenso „realitätsfremd“ wie die Hochhauspläne für den Alex. „Irgendwie habe ich das Gefühl, das stammt noch aus dem Hause Klemann“, sagte sie gestern in Anspielung auf den einstigen CDU-Verkehrssenator.

Der Senat begründet die Ausbaupläne vor allem mit der notwendigen Anbindung des (noch nicht erschlossenen) C&A-Areals nahe der jetzigen Straßenbahn-Haltestelle am Bahnhofseingang. Sollte die Koalition an ihren Plänen festhalten, werden sich die Grünen damit abfinden müssen. Denn Stadträtin Dubrau soll zwar für den Bezirk Stellung nehmen, hat aber kein Vetorecht.

obs

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