Zeitung Heute : Banken-Philosophie

Was macht ein Philosoph in einer Bank, wenn er gerade mal nicht um einen neuen Dispo-Kredit feilschen muß? Man glaubt es kaum, er kann dort auch arbeiten. Das kommt zwar nicht häufig vor, aber für Exoten wie Geistes- oder Sozialwissenschaftler finden sich selbst in diesem Gewerbe Möglichkeiten für einen Quereinstieg. "Allerdings sollte in der Regel eine gewisse Vertrautheit mit dem Bankengeschäft vorhanden sein", sagt Kristina Flügel von der Deutschen Bank. "Wer bereits eine Banklehre oder Joberfahrung aus diesem Bereich mitbringt, erhöht seine Chancen." Einsatzgebiete für die Branchenfremden sind Unternehmensbereiche wie die Presse- und Öffentlichkeitsabteilungen oder das Personalwesen. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Ralf Lübke beantwortete die Personalerin am vergangenen Montag Fragen zum Thema Berufseinstieg in der Bankenbranche am Karriere-Telefon des Tagesspiegels.

Neben diesen Ausnahme-Einsteigern zählen die Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Fächer zum klassischen Bankernachwuchs. Aber auch Juristen sowie zunehmend EDV-Profis arbeiten hier. Studienabbrechern empfiehlt Ralf Lübke, nach Möglichkeit nicht mehr als vier Semester verstreichen zu lassen, wenn sie den Einstieg in eine Bank auf anderem Weg noch schaffen wollen. Wer länger wartet, bekommt zumindest mit der Altersstruktur, in die er dann oft nicht mehr hineinpaßt, Schwierigkeiten.

"Für eine Karriere im Bankenwesen ist aber nicht unbedingt ein Studium nötig. Denn auch mit einer Ausbildung und anschließenden internen Weiterbildungen kann man bei uns eine attraktive Laufbahn einschlagen", sagt der Berliner Ausbildungschef Lübke. "Allerdings ist das Abitur der Schulabschluß, den der überwiegende Teil der eingestellten Azubis heute mitbringt."

Wichtig für die Bewerbung ist der richtige Zeitpunkt. Bereits ein Jahr vor dem Schulende sollten die künftigen Banker den Unternehmen ihre Bewerbungsunterlagen zuschicken. Junge Männer müssen dabei beachten, daß sie in der Regel zunächst ihren Wehr- oder Ersatzdienst ableisten müssen. Ob sie sich bereits vorher bewerben sollten, kann das künftige Ausbildungsunternehmen beantworten.

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