Zeitung Heute : Barbecue unter dem „Kreuz des Südens“

Lodge-Urlaub in Botswana: Jeder Tag beginnt mit wilden Tieren und endet mit einem prächtigen Abend

Rolf Brockschmidt

Es ist ein erhabener Anblick. Die Sterne funkeln am Himmel wie Champagnerperlen im Glas – ja, es scheint, als liefe der Himmel über. Vom Zenit bis zum Horizont zieht sich durch die tiefe Dunkelheit das Sternenband der „Milchstraße“, die hier im Norden Botswanas ihre faszinierende Ausstrahlungskraft in ihrer gesamten Schönheit zeigt. Keine störenden Lichter weit und breit trüben diese grandiose Aussicht in die Unendlichkeit des Alls. Man steht förmlich auf einem Stück des „Schwarzen Kontinents“ in einer schier unendlich wirkenden räumlichen Freiheit, die man in Europa nicht mehr kennt. Joe, der Ranger von Orient Express Safaris, zeigt auf das legendäre „Kreuz des Südens“, jenes helle Sternbild der Milchstraße, das den Seefahrern vom 16. Jahrhundert an als Navigationshilfe gedient hat.

Uns dient es als prächtige Kulisse und Ausklang eines wunderbaren Abends in der Wildnis des Okawango-Deltas im Norden Botswanas, wo die Ranger der Khwai River Lodge für die Gäste ein Lagerfeuer mit Barbecue bei Einbruch der Dunkelheit am Flussufer organisiert haben. Nach dem letzten Bissen und dem letzten Drink genießen wir den nächtlichen Himmel, lauschen dem Knallen und Knacken des „Painted Reef Frog“, einem Geräusch, bei dem man niemals auf einen Frosch als Verursacher tippen würde. Die Hippos prusten im nahen Fluss, kein Luftzug ist in der lauen Sommernacht zu vernehmen. In solchen Momenten zeigt sich Afrika von einer romantischen Seite, die fast unwirklich erscheint – fast kitschig. Es sind Erlebnisse, die den Alltag, den Beruf und die Sorgen vergessen lassen.

Innerhalb einer Woche kann man zwar nur ein wenig den Vorhang des großen Abenteuers Afrika lupfen. Doch ist eine Rundreise durch Savute Elephant Camp, Khwai River Lodge und Eagle Island Camp mit je zwei Übernachtungen etwas Einmaliges, ein „once-in-your-life“-Erlebnis, wie Simon Sherwood, der Direktor von Orient-Express Hotels, Trains & Cruises die Philosophie seines Unternehmens auf den Punkt bringt.

Die Khwai River Lodge in den Woodlands Botswanas ist mit ihren 15 Zelten, die luxuriöseste Lodge des Unternehmens. Die behaglichen Zelte, vergleichbar mit einem komfortablen Hotelzimmer, sind mit einem üppigen Himmelbett für zwei Personen, das durch ein Moskitonetz geschützt ist und mit einem Bad ausgestattet. Falls neugierige Vierbeiner oder andere ungebetene Gäste dem Luxus-Camp einen Besuch abstatten wollen, hat jeder Gast in seinem Zimmer einen Notruf. Ein bewaffneter Ranger begleitet die Gäste sowohl am Abend als auch am Morgen auf dem Weg zu den Mahlzeiten vom Zelt in die Restaurant-Lounge und umgekehrt.

Der nächste Morgen beginnt früh. Um 6 Uhr 30 ist Ranger Joe mit seinem Jeep startklar. „Tiere beobachten ist wie Fischen“, sagt er und fügt hinzu „mal ist man erfolgreich mal nicht“. Er ist der Sohn eines Jägers und hat sich das Spurenlesen selber beigebracht. Er kennt hier jeden Busch und er weiß, wo die verschiedenen Tierarten sich üblicherweise aufhalten. Doch die Löwen scheinen es sich anders überlegt zu haben. Sie lassen sich nicht sehen und so zeigt uns Joe erst einmal die majestätisch wirkenden Giraffen.

Die Chance Wild zu sehen und vor die Kamera zu bekommen, ist recht groß, denn Botswana ist eines der tierartenreichsten Länder Afrikas. Der letzte Schrei ist seit diesem Jahr eine Helikopter-Safari vom Eagle Island Camp aus. Zur Hochwasserzeit, wenn das Okawango-Delta sehr viel Wasser führt, ist die Bewegungsfreiheit der Tiere stark eingeschränkt, so dass sich vom Hubschrauber aus ein grandioser Ausblick bietet. Doch nicht nur der Anblick wilder Tiere hat seinen Reiz. Auch das Beobachten von farbenfrohen exotischen Vögeln ist ein Genuss. Die Khwai River Lodge bietet einen eigens dafür geschaffenen Ausguck. Auf dieses idyllische Plätzchen kann sich jeder Gast zurückziehen, der bei einem stilvollen Diner etwas Besonderes feiern oder nur das Leben genießen möchte.

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