Zeitung Heute : Bares Geld

Der Tagesspiegel

Umweltschutz beginnt im Kleinen. Und so kann jeder selbst den Treibhauseffekt durch einfachste Maßnahmen reduzieren helfen. Beispielsweise werden die Einsparpotenziale im Energiebereich bei den privaten Haushalten auf 30 bis 50 Prozent geschätzt. Ein paar Tipps:

Herkömmliche Glühbirnen setzen höchstens zehn Prozent der Energie in Licht um. 90 bis 95 Prozent der eingesetzten Energie wird in Wärme umgewandelt. Energiesparlampen sind eine wirtschaftliche Alternative. Sie benötigen zur Bereitstellung derselben Lichtmenge nur noch etwa ein Fünftel der Energie herkömmlicher Glühbirnen. Gleichzeitig verfügen sie über die zehnfache Lebensdauer von Glühbirnen, wenn sie nicht sehr oft ein- und ausgeschaltet werden. Das rechtfertigt auch die höheren Anschaffungskosten.

Ein Fernseher kann im Stand-by-Betrieb pro Jahr bis zu 180 Kilowattstunden (kWh) verbrauchen, ohne dass man auch nur ein Bild gesehen hat. Bundesweit produzieren nach Berechnungen von Greenpeace vier Atomkraftwerke Strom ausschließlich für die Versorgung von Stand-by-Schaltungen. Abhilfe: Geräte wie Videorecorder, Fernseher und Stereo-Anlage über Netzschalter abschalten, Stecker ziehen oder Steckdosenleiste mit Schalter verwenden. Alte Farbfernsehgeräte verbrauchen viel Strom. Moderne Geräte kommen mit etwa 80 Prozent weniger Strom aus.

Im Kühlschrank werden durch zu niedrige Temperaturen bis zu 15 Prozent der eingesetzten Energie vergeudet. Viele Kühlschränke sind zu kalt eingestellt. Dabei reicht eine mittlere Kühltemperatur von plus fünf Grad aus. Wird jedoch unnötigerweise von fünf auf drei Grad heruntergekühlt, beträgt der Energieverlust 15 Prozent oder sogar mehr. Am sparsamsten arbeitet eine Gefriertruhe, die zu 70 Prozent gefüllt ist.

Wer mit Kochtöpfen ohne Deckel kocht, verschwendet bis zu 300 Prozent der eingesetzten Energie.

Voll gefüllte Geschirrspüler sind sparsamer als Spülen mit der Hand. Es ist unnötig, das Geschirr heiß abzuspülen, ehe es in den Geschirrspüler gestellt wird. Einerseits kostet diese Maßnahme Energie, andererseits löst sich beispielsweise Eiweiß nur in kaltem Wasser. Durch einen tropfenden Wasserhahn gehen bis zu 2000 Liter pro Jahr verloren.

Duschen ist deutlich billiger als Baden. Ein Vollbad kostet rund dreimal soviel Energie wie ein sechs Minuten langes Duschbad. Sinnvoll sind auch Sparbrauseköpfe, die bis zu 30 Prozent weniger Heißwasser brauchen.

Ein tropfender Wasserhahn (zehn Tropfen pro Minute) vergeudet im Monat rund 170 Liter Wasser, das sind mehr als 2000 Liter pro Jahr.

Bloß ein Grad weniger Raumtemperatur spart bis zu sechs Prozent Energie beim Heizen. Im Bereich Wärme liegt das größte Energiesparpotenzial. Üblicherweise sind folgende Temperaturen sinnvoll: Wohnzimmer: 20 bis 22 Grad, Schlafzimmer: 16 bis 18 Grad, Kinderzimmer: 20 Grad, Badezimmer: 24 Grad.

Schlecht abgedichtete Fenster kosten Energie. Fenster können mit einem einfachen Versuch auf ihre Dichte getestet werden. 1. Sind die Fensterfugen dicht? – Ein Blatt Papier zwischen Fenster und Rahmen einklemmen, lässt sich das Papier leicht herausziehen, ist die Dichtung ungenügend. 2. Ist der Rahmen dicht? – Mit einer brennenden Kerze lassen sich durchlässige Stellen leicht aufspüren. Bei Wind oder Kälte ist die Überprüfung einfacher. Abhilfe schafft ein Dichtungsband, das in relativ kurzer Zeit wieder erneuert werden muss. Große Wirkung hat ein Dichtungsprofil am Fensterrahmen. Durch Schließen der Rollläden während der Nachtstunden können bis zu 15 Prozent Heizenergie eingespart werden.

Wer im Auto gleitet statt zu hetzen, kann pro 100 Kilometer bis zu drei Liter Kraftstoff sparen. Neun von zehn Autofahrten betragen weniger als 20 Kilometer. Diese Kurzstrecken kommen besonders teuer. Tests haben ergeben, dass der Treibstoffverbrauch bei einem Mittelklassewagen direkt nach dem Starten bei 40 Liter/100 km liegt. Nach einem Kilometer Fahrt sind es immer noch 20 Liter, und erst nach vier Kilometern erreicht der Verbrauch das normale Niveau. Ist es wärmer als 20 Grad, sollte nicht randvoll getankt werden, denn der Treibstoff dehnt sich bei höheren Temperaturen aus und rinnt durch die Entlüftungsschläuche aus. lha

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