BAROCKOPERGeorg Friedrich Händels „Theseus“ : Die Göttin greift ein

Uwe Friedrich

Das Personal ist aus anderen Opern hinlänglich bekannt: Die von Iason verlassene Medea lässt auch in Georg Friedrich Händels Oper „Theseus“ nichts unversucht, um den Männern das Leben schwer zu machen. Der Titelheld hat zuvor Ariadne in den Selbstmord getrieben und entzieht sich auch dem Liebeswerben der Zauberin Medea. Aber Medea ist hartnäckig und versucht, ihn mit allerlei Zaubertricks hinters Licht zu führen. Als das nicht funktioniert, stiftet sie sogar seinen Vater an, den Sohn zu vergiften. Das alles schlägt fehl, die besiegte Medea flieht und kehrt auf einem von Drachen gezogenen Wagen zurück, um die Stadt anzuzünden.

Um da noch ein barockübliches Happy End hinzukriegen, musste der Librettist Niccolò Haym eigens die Göttin Pallas Athene eingreifen lassen. Für Händel war das kein Problem, für ein heutiges Publikum ist das jedoch nicht mehr ganz so selbstverständlich. Da muss sich der junge Regisseur Benedikt von Peter schon etwas einfallen lassen, um die amourösen und militärischen Verwirrungen zu einem überzeugenden Schluss zu bringen. „Diesmal musste ich nichts hinzufügen, es ist das beste Stück, das ich bisher zu inszenieren hatte“, betont er. Das will nicht allzu viel heißen, denn „Theseus“ ist erst seine dritte große Inszenierung. Die vorigen sind bei Publikum und Presse gut angekommen, nur er selbst war nicht zufrieden. Mit dem Dirigenten Alessandro de Marchi hat er einen Spezialisten an seiner Seite, der die melancholische Musik virtuos zum Leben erwecken wird. Dann kann es dem Publikum glücklicherweise egal sein, ob es dem Regisseur gefällt. Uwe Friedrich

Komische Oper, So 10.2.

(Premiere), 19 Uhr, 12-93 €

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