Zeitung Heute : Bau dir selbst ein Haus

Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit fördert den Wohnungsbau

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Ehrgeizige Pläne hegt Ato Arkebe Oqubay, Bürgermeister von Addis Abeba, für seine Stadt. „Wir stehen vor großen Herausforderungen als Hauptstadt unseres Landes mit knapp vier Millionen Einwohnern und als Hauptstadt Afrikas. Die Stadt wächst jährlich um sechs bis acht Prozent. Wir müssen viele internationale Konferenzen im Namen der Uno und der Afrikanischen Union ausrichten, haben aber nur begrenzte Kapazitäten.“

Mit einer gezielten Strategie will die Stadtverwaltung das Hauptproblem, die 40prozentige Arbeitslosigkeit in Addis, angehen. „Es geht darum, im allerkleinsten Bereich Jobs zu schaffen. Wir sorgen dafür, dass die Kleinstunternehmer bei den Banken Kredite bekommen, wir überprüfen ihren Geschäftsplan, analysieren die Produktionsmöglichkeiten und den Markt. Wir konzentrieren uns dabei auf Nahrungsmittelproduktion, Textilwirtschaft, Holz und Metallverarbeitung, kleinste Baufirmen und Dienstleistungen. Im Jahr 2003 haben wir so 67 000 Arbeitsplätze geschaffen. 2004 kommen 120 000 neue Arbeitsplätze dazu."

300 000 Wohnungen fehlen in der Stadt, erklärt der Bürgermeister bei seinem Berlin-Besuch dem Tagesspiegel. „Die Wohnungsbaukooperativen erhalten freies Land, mit dem so genannten „Low-Cost-Housing“ wollen wir 200 000 Häuser in fünf Jahren bauen. Diese Arbeiten sollen von kleinsten und kleinen Baufirmen ausgeführt werden. Etwa 2000 bis 3000 Firmen sind in dieses Programm eingebunden. Wir gehen davon aus, dass wir mit diesem Programm etwa 70 000 Arbeitsplätze schaffen."

Ziel des Projektes ist es, die künftigen Bewohner zu Eigentümern zu machen. 25 Prozent des Kapitals bringen sie ein, das Darlehen über die Restsumme müssen sie innerhalb von 30 Jahren zurückzahlen. Der Bürgermeister sieht in diesem System nur Vorteile. Die Eigentümer achten auf ihre Häuser und sorgen für den Unterhalt, sie leben in ihrer gewohnten Umgebung. Darüber hinaus sichern diese Häuser auch künftige Kleinunternehmer ab.

Die deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GTZ unterstützt dieses Projekt auf lokaler Ebene, hilft bei der Entwicklung der Infrastruktur und der Vermittlung von Know-how. R.B.

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