Zeitung Heute : Bayern nach Bruno

Bombenattrappen beim Minister, Trauer am Schliersee und ein Zoochef, der den Bären hätte retten können

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Ehe „Bruno“ der Bär in die ewigen Jagdgründe einging, sah er im gedämpften Licht gen Süden das 2000 Meter hohe Sonnwendjoch aufragen, ein Katzensprung von den angestammten Revieren seiner Spezies, seit alters her in den Namen Bärenjoch und Bärenbad verbürgt. Doch der Überläufer aus dem Trentino war 350 Kilometer gewandert, um nun in der Nacht nach Neumond gegen 4 Uhr 50 auf der bayerischen Kümpflalm durch zwei Gewehrschüsse erlegt zu werden, Kaliber 7.64, Schützen unbekannt.

Vom Landratsamt Miesbach alarmiert, waren drei Männer mit dem Auto unterhalb des Rotwandhauses vom Forstweg zur geschindelten Hütte von Sennerin Doris abgebogen. Beauftragt, Bruno zur Strecke bringen, hatten sie weder Sinn für den Wandspruch „Herr, hier ist gut sein“ auf halber Höhe in der St.-Bernhard-Kirche am Spitzingsee noch für die Infotafel rechter Hand, die Respekt vor der Natur verlangt und unter „stark gefährdet“ Alpenschneehuhn, Birkhuhn, Auerhuhn und Bergwald auflistet. Die Fahrt führte vorbei an einem mit Enzian und Edelweiß bemalten, mit Plastikblumen geschmückten Marterl, an dem jeder Wanderer verweilt. Ein Gedenken für die 1981 beim Gipfelsturm abgestürzte Heidi K. mit den Worten: „Die Berge sind unser Glück und unser Schicksal“. Thymian, Mädesuß, Glockenblumen, Spitzwegerich, Margeriten und die besonders hübschen Sterndolden säumen den Weg. Der Aufstieg zog sich hin. Brunos Häscher haben es eilig, ihre Position einzunehmen: Ursus arctos ist im Freistaat seit 1835 niemandem mehr vor die Flinte gekommen. Damals prallte die erste Kugel am Stirnbein des so genannten „Ruhpoldinger Bären“ ab. Diesmal ist für Munition mit „hoher Aufschlagwucht“ und hochwildtaugliche Gewehre gesorgt.

Geduld ist die Tugend des Jägers. Am Ziel angekommen, müssen sie „JJ 1“ weder beschleichen noch hetzen. Nur auf ihn ansitzen müssen die drei, bis er zu einem am Vortag gerissenen Schaf zurückkehrte. Es lag 150 Meter nah auf der sanft ansteigenden Wiese vor ihnen. Brunos Zottelgestalt – Scheitel-Steiß-Länge 130 Zentimeter, Gewicht 110 Kilo laut dem späteren Sektionsprotokoll S 898/06 – zeichnete sich im dräuenden Sonnenaufgang dunkel vor dem Hintergrund der Fichten und Latschen ab. Freies Schussfeld. Dahinter kam das Windradgestänge des Rotwandhauses ins Visier. Dann abdrücken. Bei unserer Tatortbesichtigung sitzt ein Pärchen im Gras, deutet zu der Stelle: „Hier ist es passiert.“ Die für Bruno errichteten Kreuze seien sofort wieder entfernt worden, als ließe sich so die Erregung dämpfen.

Davon kann keine Rede sein. Man muss nur ein paar Kilometer talwärts im herausgeputzten Rathaus Schliersee Toni Scherer besuchen, ein gstandener Bürgermeister in Lederhose mit griffbereitem Hirschfänger im Futteral. Der „Parteifreie“ sitzt im holzgetäfelten Zimmer Aug in Aug mit dem Porträt der „Fischer-Liesl“, die einst König Max über die spiegelnde See rudern durfte. Auf dem tragenden Deckenbalken steht: „hab rath vor der that“.

Erste Frage: Wie ist die Lage, Herr Bürgermeister?

Bayern nach Bruno: Seit zwölf Jahren im Amt, ist Scherer rauflustig wie man sein muss, wenn man mit den Schwarzen von der CSU um die Mehrheit ringt. Das Thema bringt ihn sofort in Rage. „Lesen Sie!“, sagt er und fasst mit spitzen Fingern einen Drohbrief an. In sauberen Großbuchstaben heißt es, man werde nicht ruhen, bis die Bärentöter „waidgerecht entsorgt“ seien. Das klingt, wenngleich unter ganz anderen Vorzeichen, wie die Grabschrift für den zu Schliersee beerdigten, anno 1877 erschossenen Wilderer Georg Jennerwein: „Ein stolzer Schütz in seinen schönsten Jahren / Er wurde weggeputzt von dieser Erd“.

Toni Scherer muss zur Sitzung über Schulprobleme, zupft unruhig am Schnauzbart herum. Mit beträchtlichem Verdruss schildert er unter einem ausladenden Kandelaber, wie sein Ort nach Brunos Erschießung „den großen Zorn abbekam“ mit hunderten E-Mails und Beschwerden. Der Polizei habe er mehrere anonyme Drohbriefe übergeben, „das ist nicht mehr lustig“. Die Hotellerie beklage Absagen sogar von Stammgästen, dabei liege die Kümpflalm außerhalb seiner Gemarkung, und seien es nur ein paar Meter. Zudem möchte Scherer schwören, „dass unter den Jägern 100-prozentig kein Schlierseer war“, obwohl es eine reiche Schützentradition gibt und viele Giebel mit fotogenen Schützenscheiben. Vom Schauplatz des Dramas wurde der unter einer Plane versteckte Kadaver mit dem Hänger über Schlierseer Grund abtransportiert. Das reicht militanten Tierschützern, der „Bärenmördergemeinde“ Rache zu schwören.

Am Tag vor dem Abschuss hatte sich der Braunbär im Rotwandgebiet getummelt. Gut 1700 Meter Höhe, Münchens Hausberg. Die Menschen störten ihn nicht, er fühlte sich wohl und sicher, durchschwamm den Soinsee, in dem sich Wanderer gern nach Touren erfrischen. Scherer erfuhr erst im Nachhinein von dem Spektakel. Als junger Bursch war er mit Rucksack eigens in Übersee gewandert, wollte Meister Petz in freier Wildbahn sehen. Jetzt hätte er es direkt vor der Haustür gratis haben können. Den Bären Bruno dürfte heroben weniger der fantastische Blick auf den Alpenhauptkamm verlockt haben als vielleicht der Geruch eines Gulaschs aus „artgerechter Rinderhaltung“ im beliebten Wirtshaus. 10,30 Euro je Portion, angepriesen unter dem Motto: „So schmecken die Berge“. In der Stube steht übrigens die Öko-Fibel „Schützen und leben lassen“ des Umweltministeriums zuoberst im Regal.

Nach der Jagd platzte Scherer, ungeladen, in die Pressekonferenz des Ministeriums im Schlierseer Gasthof zur Post. Ein chaotisches briefing, tumultuös, in gereizter Stimmung. Der Strom fiel aus. Acht Kameras, 20 Mikrofone und 70 Journalisten wurden gezählt, die Mehrheit erbost über den Abschuss. Als dritter Redner meldete sich der Scherer Toni mit einer Frage, die ihre Antwort gleich mitlieferte: „Ich dachte, bei uns ist die Todesstrafe abgeschafft.“ Er ist geladen, „in Sachen Bruno ist alles an uns vorbeigelaufen“. Seitdem hagele es „Missfallensbekundungen“ von Bärenfreunden aus nah und fern, obwohl er sagen könne, die „Zustimmung zum Bären ist bei uns absolut“. Einmal in Fahrt, ist er insbesondere auf Umweltminister Werner Schnappauf nicht gut zu sprechen. Der habe Bruno vorab zugerufen, „Du bist unser Bär!“, aber bis zum bitteren Ende „net gwusst, wie man ihn fangt“: „I kann doch geschützte Lebewesen net so unbedarft umbringen.“

Ein wie vom Psychologen gemischtes Gelb heitert die Chefetage des Münchner Umweltministeriums am Rosenkavalierplatz auf. Es gibt „Adelholzner sanft“ und einen Schreibtisch, dessen schiere Größe in seltsamem Kontrast zur Tatsache steht, dass er bis auf den Computer leer ist. Leise plätschert ein Kugelbrunnen. Über dem Türstock ein schlichtes Holzkreuz. Schnappauf begrüßt mit einem Ausdruck im Gesicht, der als Lächeln durchgehen könnte, stünde nicht zugleich in seinem skeptischen Brillenblick: „Wer bist du?“ Dann rekapituliert der CSUler die schwierigsten Wochen seiner achtjährigen Amtszeit. Es waren die Wochen, in denen man ihn ziemlich unbehaglich in die Kamera hat blinzeln sehen.

Der Wanderer und Familienvater Schnappauf kennt sich an der Rotwand bestens aus. Als der Fangschuss Brunos Leber zerfetzte, weilte der Minister Schnappauf in Schanghai bei einer Öko- Messe. Zur Höhe seiner Handyrechnung entringt sich dem Referenten ein „pfiadigott!“ Hinter dem Öko-Mann liegen bittere Stunden, man hat ihn mit dem Tod bedroht – „ich kriege dich!“ –, man hat ihn übelst beschimpft, man hat ihm ein Kilo Scheiße und Bombenattrappen ins Haus geschickt. Vogelgrippe, Störfälle, Fleischskandal, Hochwässer, er ist leidensfähig, spricht ironisch von einer „gefahrgeneigten Aufgabenstellung“. Doch wegen Bruno war nicht nur der Bär, sondern der Teufel los und führte ihn an die Grenze des Erträglichen. Am Ende muss man festhalten, dass er, schmallippig zwar, aber immerhin, gegenüber seinen Kritikern mehr Toleranz aufbringt als sie für ihn.

In Porträts wird der 52-Jährige als „Stoibers Liebling“ gezeichnet. Nimmt man sein Büro mit dem Charme einer Aufwärmhalle, leuchtet der Gedanke ein, dass da einer sitzt, der sich seinen Edi zum Vorbild nimmt. Nur steht seit dem „Bärendesaster“ seine Berufung zu Höherem arg in Zweifel.

Der Zimmerbrunnen plätschert und plätschert. Der Hausherr schildert emphatisch, sich „mit Leib und Seele“ der Umwelt verschrieben zu haben. Nachdem die bärigen Schlagzeilen kein Ende finden, ist er durchdrungen von dem Wunsch, wenigstens verstanden zu werden in einer Entscheidung, die einen Kampf bedeutet hat. Zweimal erstattete er im Kabinett Bericht zu Bruno, das hat zuvor weltweit noch keiner seiner Art geschafft. Einerseits: „Niemand wollte JJ 1 tot sehen.“ Andererseits: Er habe sich bei seiner Entscheidung „ausschließlich an fachlichen Bewertungen orientiert“. Man wird ihm in einem solchen Gespräch ja nicht das Eingeständnis abverlangen können, so ein Umweltministerium sei an sich schon ein Mausoleum grüner Hoffnungen. Oder dass es letzten Endes der Mensch ist, der sich seine Ungeheuer ausdenkt.

Doch kann man lange darüber streiten, wie Bayern mit Röhrenfallen, Hubschraubern, finnischen Jägern, Hunden und einer aus dem Terrorismus geläufigen Terminologie eines Bären habhaft zu werden versuchte – und das auch noch vergeblich. Zuletzt wimmelte es von paniknahen Begriffen wie „Bedrohungsszenario“. Man musste fürchten, Attila der Hunnenkönig rücke an. Nicht Bruno, der König der Wälder, der zugegeben 31 von 450 000 bayrischen Schafen gefressen hatte.

Schnappauf ist desillusioniert aus der 100 000 Euro teuren Pleite hervorgegangen. Er wirkt wie jemand, der Geheimnisse hat und schwer daran trägt. Zudem kränkt ihn der oppositionelle Vorwurf, das große Halali habe ihn schlicht überfordert. Kritiker bemängeln, dass er in der sich aufschaukelnden Hysterie die etablierten Umweltverbände nicht zu Rate zog. Auch Hilfe aus dem Bärenland Italien verschmähte, von dort war Bruno zur letzten Reise aufgebrochen, die einen eigenartigen Schnittmusterbogen auf die Landkarten zeichnete.

Die Enttäuschung einfach abzutun, ist der Minister nicht der Mann. Wer hört schon gern, dass er einer Aufgabe nicht gewachsen gewesen sein soll. Nachdem ihm Gegner kategorisch jede Sensibilität in der Frage absprechen, präsentiert er sich als gespaltene Persönlichkeit. Zwar verteidigt er den Abschuss mit dem Satz: „Menschenschutz geht vor Bärenschutz“, was immer vernünftig klingt. Trotzdem lastet ihm Brunos Tod schwer auf der Seele und setzt ihn unter Rechtfertigungsdruck. Man muss ihm doch nur zuhören, wie er sonst geradezu ehrfürchtig von eingebürgerten Luchsen und Steinadlern schwärmt.

Man muss auch wissen, dass er sich mit der Ankunft des großen Bären auf dem Weg zum Held der Öko-Bewegung wähnen durfte. Bruno hatte noch 20 Kilometer bis Bayern, schon schallte ihm Schnappaufs Willkommen entgegen, vogelwuid vor Begeisterung, die man dem Juristen nicht zugetraut hatte. Der Bär schien das rechte Viech zur rechten Zeit, nachdem sich Reklamationen an Stoibers fortschrittsfrommer Politik und der Gleichgültigkeit mehren, mit der die Technokraten die Heimat verhunzen. Unter weiß-blauem Himmel werden jeden Tag 15 Hektar Land versiegelt, die Alpen mit Bahnen, Liften, Schneekanonen, Straßen zugepflastert.

Jedenfalls, mit Bruno lief ihm eine Rarität zu, vortrefflich zur propagandistischen Verwertbarkeit geeignet: Hier Atomkurs, da geschützte Tiere, das eine mit dem anderen versöhnt und Bayern wieder vorn. Die Wiederkehr des Ausgestorbenen sei das „Tüpfelchen auf dem i“ gewesen. Man erging sich in weitschweifigen Fantasien über das Bärenland, der Minister schnippt zur Bekräftigung mit dem Finger. Er selbst wäre in die Geschichte eingegangen, und, seien wir doch mal ehrlich, darauf kommt es an.

Das Hochgefühl hielt nicht lange. Die um ihn versammelten Experten forderten gleich bei der ersten Beratung – war’s nicht am internationalen Tag des Artenschutzes? –, der Räuber müsse aus der freien Wildbahn „entfernt werden“. Er sei „verhaltensauffällig“, nähere sich zunehmend Menschen. „Ich dachte, mich trifft der Blitz“, sagt Schnappauf, jäh aus dem Glückstaumel gerissen. Auf der Sitzgruppe da drüben hätten die Fachleute gesessen und ihm erklärt, JJ 1 „sei nicht resozialisierbar“.

Er könnte in seiner Begründungsnot Stund um Stund darüber räsonieren, was trotz ungünstigster Prognose unternommen worden sei, um den „Problembären“ einzufangen. Und wie er ungeachtet des Risikos die Meinung vertreten habe: „Ich bin nicht bereit, nur auf Abschuss zu gehen!“ Bis die Befunde in der Warnung gipfelten, „über kurz oder lang wird sich das Unfallrisiko realisieren!“ Nie zuvor habe er schlaflose Nächte gehabt. Aber viele wegen Bruno.

Mit dessen Eliminierung ist der „Notstandsmaßnahme im öffentlichen Interesse“ Genüge getan. Doch wie kommt es, dass sich am Ende der Jagdstrecke keine Genugtuung einstellen mag? Bär tot, Schnappauf unter Dauerfeuer, man muss nur die Urteile lesen, die in unguter Bandbreite kursieren. Es heißt, ja mei, der Werner, der sei ein Fachmann, aber schwach sei er auch: „Er will was tun, aber er traut sich nicht“, kritisiert Ruth Paulig von den Landtags-Grünen. Die Studienrätin gibt ihm im Fach Ökologie grade noch „ne Drei“.

Je länger man dem Ressortchef zuhört, desto mehr kommt einem der Verdacht, seine Rede richte sich zwar an den Reporter, aber unbewusst an sich selber: Hier sitzt einer und sagt, ich kann nicht anders, aber nur, um die in ihm nagenden Zweifel zu besänftigen. Im Miozän erschienen, ist der Sohlengänger eine urweltliche Gestalt von wilder Schönheit. Aus Angst vor dem brechenden Blick des Kulttieres riefen Jäger in den alten Zeiten die Götter um Verzeihung an, wenn sie es töten mussten. Zeus, der starke, wurde mit Bärenmilch gesäugt.

Heute folgt man Brunos Spur mit dem starken Empfinden einer mythischen Begegnung. Der Schatten des Bären lastet auf der Rotwand-Idylle, man spürt den Verlust, auch Schnappauf ist nicht frei davon. Immerhin dauerte es viele Generationen, bis der Beutegreifer dorthin zurückkehrte, wo er lange vor dem Menschen hauste. Auf dessen absehbare Ankunft hätte der Freistaat längst vorbereitet sein müssen, der in der Not einen Luchsexperten wundersam in einen „Bärenbeauftragten“ verwandelte.

Ortswechsel. „Halten Sie sich an die Flamingos“, empfiehlt die Kassendame im Münchner Tierpark Hellabrunn. Wir sind mit Direktor Henning Wiesner verabredet. Dem sportiven Professor geht der Ruf einer gewissen Verwegenheit voraus: Er hat mit Blasrohr und Betäubungspfeil im Dschungel Venezuelas den Jaguar gestellt. In Indien narkotisierte der Tierarzt vom Elefanten aus den Tiger. Auf Borneo pflückte er auf seine Weise den Orang-Utan vom Baum. Nur Bayern verschmähte Wiesners Rettungsplan. Der Zoochef hatte eigens 14 Terrier und Schweißhunde auf Bären „konditioniert“, eine Meute, „die wie die Gams rauf und runter“ klettern und Bruno stellen sollte. Ein Fährtenleser aus Simbabwe, dem er „Übersinnliches“ bescheinigt, sollte helfen.

Hört man Wiesner zu, wäre es ein Leichtes gewesen, auch Bruno aus 50 Metern eine „Hellabrunner Mischung“ zu verpassen, synthetisches Morphin in Pfeilchen wie vom Dart-Spiel. Tatsächlich ist es auch nicht einsichtig, warum man den Bären auf der Kümpflalm abknallen, aber nicht ruhig stellen und mit einem Sender versehen konnte, um ihn andernorts auszusetzen. Oder warum die Hatz in ein absurdes Abenteuer münden musste, das den Artenschutz konterkariert. Indem Wiesner im Büro die Blasrohrtechnik demonstriert, wird klar, dass es zum finalen Schuss mindestens eine Alternative gab und zu den ministeriellen Ratgebern Experten mit sehr konträren Meinungen.

Am Schliersee kennt jeder jeden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Namen der Bärentöter durchsickern. Ein Bergwachtler aus Bayrischzell, ein CSU-Fürst (der Personenschutz benötigte), ein Polizist, jeder ist verdächtig. Im Internet waren 50 000 Euro für Täterhinweise ausgesetzt. Derweil liegt das, was von Bruno blieb, in München auf Eis. Nach dem Ausstopfen soll er wohltemperiert in Schloss Nymphenburg zu sehen sein. Seit an Seit mit dem vor 170 Jahren erlegten „Ruhpoldinger Bären“ aus Vitrine 25, bisher der Letzte seiner Art.

In Schliersee aber reklamiert Bürgermeister Scherer das Schaustück für sich: „Bruno wär nach München gegangen, wenn’s dem g’fallen hätte. Aber do isch er net hi.“

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