Zeitung Heute : Bayern-Sender

T-Online überträgt im Internet die 1. Liga – und den Werbepartner

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Bewegte Bilder von der FußballBundesliga gehen ab dem kommenden Spieltag ins Internet - mit der Telekom-Tochter „T-Online“. Sie einigte sich mit dem Rechtevermarkter Infront auf einen Vertrag bis Ende der Saison 2003/2004. Bis zu 100 000 Benutzer sollen kurz nach Spielende Videostreams im Internet anschauen, so T-Online-Sprecher Mark Nierwetberg. Das Pikante dabei: Das Unternehmen ist der größte Werbepartner von Rekordmeister und Liga-Primus Bayern München. Schneidet T-Online nun die Gegentore raus, wenn die Bayern verlieren sollten? Nein, der Deal sei völlig losgelöst von dem Sponsoring-Vertrag mit Bayern München, so T-Online.

Das Abonnement „T-Sports Insider“ soll jedenfalls für alle Fans 3 Euro 95 im Monat kosten. Dafür gibt es eine Stunde nach Spielschluss „Top-Szenen“ und Zusammenfassungen aller Spiele. Wem das zu viel ist, kann auch einzeln Spiele kaufen. Ein dreiminütiger Spielbericht soll für 50 Cent, eine fünfminütige Spieltags-Zusammenfassung für 1 Euro 50 angeboten werden.

Konkurrenz für „ran“

Damit konkurriert T-Online mit der Sat 1-Sendung „ran“, die ebenfalls ab 18 Uhr 15 mit der Bundesliga-Berichterstattung beginnt – mit Werbeunterbrechungen. Die fallen im Internet weg. Und die Reihenfolge der Spielberichte kann der Internet-Nutzer im Gegensatz zu Sat 1 auch selbst festlegen. Die Bayern kommen also nicht immer erst ganz zuletzt – wie aus Spannungsgründen beim Privatsender. Ob man damit dem Fernsehen wirklich Konkurrenz machen kann, ist bei den derzeitigen Übertragungsqualitäten und Geschwindigkeiten im Netz eher fraglich. Die Bundesliga-Filme sollen im so genannten Streaming-Verfahren übermittelt werden und nach Angaben der Telekom-Tochter „quasi VHS-Qualität“ erreichen. Da kann der Ball vor der Linie schon mal liegen bleiben.

Summen wurden von den beiden Vertragspartnern nicht genannt. Das Internet-Geschäft ist auch deswegen interessant, weil der Vertragspoker um die Fernsehübertragungsrechte an der Bundesliga zwischen dem Rechtevermarkter Infront und den verschiedenen TV-Sendern im vollen Gange ist. Noch ist nicht klar, ob die Saison 2003/2004 von ARD, ZDF, RTL oder doch weiter wie bisher von Sat 1 als Erstverwerter übertragen wird. Vielleicht werden sich die Fernseh-Parteien ja nicht mehr rechtzeitig einig. Dann gibt es bewegte Bundesligabilder ab August nur noch im Internet. Dann kann man selber bestimmen, wann der Bayern-Spielbericht kommt. meh

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