Bayern : Yoga, Reiki und Klinsi

Helmut Schümann

Mit Reiki kann man die universelle Energie sammeln. Wenn man genug gesammelt hat, fließt diese Energie ganz von alleine dorthin, wo sie benötigt wird. Also sagen wir mal, in den Fuß. Wenn dann im Fuß, im rechten, ganz doll viel universelle Energie ist, und der Miroslav Klose mit diesem Fuß vor den Ball tritt, fliegt der ganz von alleine dorthin, wo er hingehört: ins Tor. Was dann mit dem linken Fuß ist, in dem nicht so doll viel Energie ist, wissen wir jetzt auch nicht, vielleicht fällt der Klose dann um. Denkbar aber, dass die Buddhas, die jetzt neuerdings auf der Dachterrasse des vormaligen Fußballclubs Bayern München stehen, einschreiten und ihre positiven Energieflüsse in Kloses linken Fuß strömen lassen. Dann bleibt Klose stehen.

Seit Jürgen Klinsmann, der Klinsi, Trainer beim FC Bayern München ist, haben sie den Spielern auf dem ehemaligen Trainingsgelände eine Wellnessoase eingerichtet. In der können die Spieler machen, was sie wollen, Yoga zum Beispiel, hat Klinsi gesagt. Oder auch, warum nicht, Reiki. Schön und hilfreich wäre gewiss auch, wenn sich Poldi und Schweini und Toni und Riberi, äh, Ribery, zu einer spiritistischen Séance zusammensetzen, um den transzendenten Bereich im Fußballprofi zu finden.

Ganz mieses Karma hat erst einmal eine Schar von Fotografen verbreitet, die den Klinsi bei seinem Arbeitsbeginn ablichten wollten. Der hat aber eine Blitzlichtallergie und eine Fotoapparatklickgeräuschallergie dazu. Er hat sich Lärm und Licht verbeten. Es sind sehr neue Zeiten beim vormaligen Fußballclub Bayern München.

Der Klinsi hat seinen Trainingsplan in englischer Sprache verfasst. „Square Passing Pattern“ heißt zum Beispiel die Querpassübung. Sicherheitshalber hat der Klinsi auch dafür gesorgt, dass im Wellnessbereich auch ein Zeitfenster für Sprachunterricht angeboten wird. Das kommt gleich nach dem Medienzeitfenster. Jetzt müssen nur noch Tore geschossen werden. Vielleicht kann mal einer den Bayern ein paar Tarotkarten schenken.

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