Zeitung Heute : Beckenbauers Aufbruch

Esther Kogelboom

Was wird am Wochenende wichtig?

Die Welcome-Tour: Franz Beckenbauer, Chef des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, war schon immer ein Vielflieger. Doch was den 60-Jährigen jetzt erwartet, übertrifft sein bisheriges Leben als Meilensammler : Beckenbauer und seine Mitarbeiter bereiten sich am heutigen Sonnabend auf den ersten Teil einer Reise in alle 31 WM-Teilnehmerländer vor. Am Sonntag wird die Delegation, zu der auch OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach gehört, in Teheran vom iranischen Außenminister Manuchehr Mottaki empfangen, bevor die Gruppe nach Riad weiterreist. In der saudi-arabischen Hauptstadt besucht Beckenbauer den Präsidenten des dortigen Fußballverbandes, Prinz Sultan bin Fahad bin Abdul Asis.

„Die Termine haben wir absichtlich auf Anfang Oktober gelegt“, sagt Fedor Radmann, der das Organisationskomitee in Sachen Kunst- und Kulturprogramm berät und ebenfalls mitreisen wird. „Am 5. Oktober beginnt der Ramadan, da sind offizielle Besuche nicht angebracht.“ Der Ramadan ist der islamische Fastenmonat. Bei der Reiseplanung und Visafragen sei man vom Auswärtigen Amt und den Botschaften vor Ort unterstützt worden. Radmann hatte Beckenbauer bereits während der Phase, in der sich Deutschland zwischen 1998 und 2000 erfolgreich um das Großereignis beworben hatte, rund um den Globus begleitet. Von Riad aus geht es Mitte kommender Woche weiter nach Südkorea und Japan. Bis Ende Februar 2006 will Franz Beckenbauer alle Länder besuchen, die sich bis dahin qualifiziert haben: Iran, Saudi-Arabien, Südkorea, Japan, die USA, Mexiko, Argentinien, Brasilien und die Ukraine stehen schon fest. Die Kosten trägt das Organisationskomitee.

Mit der Reise wollen die Veranstalter das Motto der WM , „Die Welt zu Gast bei Freunden“, verbreiten und gute Stimmung sowie Vorfreude auf die Weltmeisterschaft erzeugen. Dazu veranstalten sie „Welcome- Events“, zu denen je bis zu 150 Menschen eingeladen werden. Man wolle so neue, persönliche Kontakte knüpfen und die vorhandenen Freundschaften vertiefen.

„Meine Familie tut mir Leid, weil ich keine Zeit für sie habe“, sagte Beckenbauer kürzlich bei einer Podiumsdiskussion. „Aber die WM ist eine gewaltige Aufgabe. Ihr gilt alle Kraft und Konzentration, denn die Chance, eine WM zu holen und zu organisieren, hast du nur einmal im Leben.“

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