Zeitung Heute : BEGEGNUNG

Die Band von nebenan

Martin Schwickert

Der falsche Bus bringt die Musiker des Polizeiorchesters Alexandria in ein trostloses Betonstädtchen mitten in der israelischen Wüste. Dort treffen sie auf Dina, die Wirtin eines kleinen Imbisses. Sie ist ebenso belustigt wie fasziniert von den uniformierten Außerirdischen aus dem Nachbarland. Der nächste Bus fährt erst am anderen Tag, und so kommt es in dieser warmen Sommernacht zu einem israelisch-ägyptischen Zusammentreffen, das Regisseur Eran Kolirin mit zärtlicher Ironie und einem wunderbar unaufdringlichen Erzählton in Szene setzt. Mit seiner wortkargen Dialogführung, den präzise komponierten Bildern und dem zärtlichen Blick auf die Figuren erweist sich Kolorin in seinem Debüt als ein viel versprechender Filmemacher, der die minimalistische Erzähltradition des Aki Kaurismäki erfolgreich ins israelische Kino adaptiert. Liebevolles Debüt. Martin Schwickert

„Die Band von nebenan“, Israel/Frankreich/USA 2007, 83 Min.,

R: Eran Kolirin, D: Sasson Gabai, Ronit Elkabetz, Saleh Bakri

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