Zeitung Heute : Behörden befürchten Terror zur Wahl

Frank Jansen

Berlin - In den Sicherheitsbehörden wächst die Sorge, dass Islamisten einen Anschlag planen, der auf die Bundestagswahl zielen könnte. Es sei zu befürchten, dass Al Qaida, aber auch unabhängige Dschihadisten (Heilige Krieger) versuchen könnten, „bei uns Madrid zu wiederholen, um die deutsche Politik zum Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu zwingen“, sagte ein Experte mit Bezug auf die jüngsten Drohvideos dem Tagesspiegel. Mit den Anschlägen auf Züge im März 2004 in Madrid wollten Islamisten die damalige Wahl in Spanien beeinflussen.

Anlass für die Sorge der Behörden ist eine gegen die Bundesrepublik gerichtete, islamistische Propagandaoffensive im Internet. Am Wochenende wurde bekannt, dass im Januar ein drittes Drohvideo veröffentlicht wurde. Auf Youtube behaupteten mutmaßlich islamistische Terrorsympathisanten, „wir werden eine Armee senden mitten in eure Stadt, besonders Berlin, Köln und Bremen“. Deutschland und vier andere Länder würden ab Februar „Probleme kriegen“. Wer das Video produziert hat, ist unklar. Es wurde am 12. Januar bei Youtube gelöscht.

Experten sagten dem Tagesspiegel, das Video und die zwei weiteren Terrorbotschaften, die seit Jahresbeginn im Internet aufgetaucht sind, könnten sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken. Als besonders gefährlich gilt das Video des Al- Qaida-Kaders Bekkay Harrach, der in seinen Drohungen die Bundestagswahl erwähnte. „Jedes Video kann zumindest ein Selbstläufer werden, indem es Fanatiker zum Handeln animiert“, hieß es in Sicherheitskreisen. Für Berlins Innensenator Körting (SPD) ergibt sich durch das Video keine Änderung der Gefährdungslage. Das Video sei im Terrorabwehrzentrum überprüft worden. „Es spricht einiges dafür, dass es ein Trittbrettfahrer ist“, sagte Körting. Frank Jansen

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