Zeitung Heute : Behörden in Japan warnen vor Nachbeben Merkel: Ethikkommission soll bei Atomfrage beraten

Tokio/Berlin - Die Behörden haben vor weiteren schweren Nachbeben in der Krisenregion im Nordosten Japans gewarnt. Die Erdstöße könnten die Stärke 7 oder mehr haben und einen weiteren Tsunami auslösen, erklärte die japanische Wetterbehörde am Dienstag. In dem havarierten Atomkraftwerk in Fukushima ist es Technikern laut der Betreiberfirma Tepco derweil gelungen, im Kontrollraum von Block 3 Licht zu machen. Der Reaktorkern und die Brennstäbe des Blocks sind beschädigt, die Kühlsysteme ausgefallen.

Bei der Frage, welche Lehren aus der Atomkatastrophe in Japan zu ziehen sind, will sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) von zwei Kommissionen beraten lassen. Ein „Rat der Weisen“ soll sich mit den gesellschaftlichen Fragen der Technologie auseinandersetzen. Den Vorsitz des Gremiums übernähmen der frühere Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) und der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Matthias Kleiner, sagte Merkel nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder, in denen Atomkraftwerke stehen. Für die technische Überprüfung der Akws in den nächsten drei Monaten bleibe die Reaktorsicherheitskommission zuständig. Am 15. April will Merkel mit allen Ministerpräsidenten unter anderem über den beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien sprechen. Erstmals äußerte sich auch Bundespräsident Christian Wulff zur Atomdebatte. Angesichts des drohenden Vertrauensverlusts sei es „gut, wenn wir die nächsten Monate nutzen, neu nachzudenken“, sagte er am Dienstagabend bei einer Festveranstaltung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). dpa/Tsp

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