Zeitung Heute : Bei langen Schlangen hilft Plan B

Oft lohnt sich das Anstehen bei tendentiell überlaufenen Ausstellungen

Über die Website der Langen Museumsnacht lässt sich das zwar das komplette Programm herunterladen, doch damit weiß der Besucher natürlich noch nicht, wohin die Reise geht. Unter dem Link „Meine lange Nacht“ kann man sich einloggen und eine individuelle Route zusammenstellen – und das ist sehr zu empfehlen. Denn wer voll auf seine Kosten kommen möchte, muss seine Museumstour tatsächlich gut planen. Während die Veranstaltungen der zweimal jährlich stattfindenden Nacht im Winter auf Häuser in der Innenstadt beschränkt sind, öffnen sich morgen Nacht über einhundert Museen den Besuchern.

Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung ist diesmal der Lustgarten vor dem Alten Museum auf der Museumsinsel. Hier befindet sich das logistische Zentrum mit Infoständen und Kartenverkauf. Hier starten auch die Shuttlebusse der fünf Citylinien. Gegen 18 Uhr trifft man hier auch den Regierenden Bürgermeister: Klaus Wowereit eröffnet die Lange Nacht mit einer Rede. Begleitet wird der Auftakt von Fanfarenklängen und Musik aus dem benachbarten Berliner Dom. Wer früher kommen will, kann sich ab 17 Uhr eine Tasche mit fair gehandelten Produkten fürs Picknick auf der Wiese zusammenstellen lassen. Dann treten auch die Choreografen der Tanzfabrik Berlin in Aktion: Ein Mitmachenprogramm soll den Lustgarten zur Bühne für alle machen. Außerdem gibt es Jongleure und Musik. Ab 19.30 Uhr finden Rundgänge durch den Schlossbezirk statt.

Fünfzehn Veranstaltungsorte liegen in Fußdistanz des Lustgartens. Wer sich für diese Route entscheidet, hat es auch zur zentralen Abschlussparty nicht weit: Sie beginnt um Mitternacht im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums, das nur durch den Kupfergraben vom Lustgarten getrennt ist. Die Radioeins-DJs Milena Fessmann und Steen Lorenzen legen Tanzmusik von Soul über Rock und Pop bis Hip-hop auf. Live auf der Bühne ist das „Original Oberkreuzberger Nasenflötenorchester“ zu hören.

Viele weitere Häuser sind über Shuttlebusse miteinander verbunden. Fünf Cityrouten beginnen direkt am Lustgarten, fünf weitere starten in Charlottenburg, Tegel, Steglitz, Köpenick und Wannsee. Von dort kommt man mit U- und S-Bahn weiter. Die Kombitickets gelten zwischen 15 und 5 Uhr auch als Fahrscheine auf den Shuttle-Routen und im Tarifbereich ABC der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Über das Internet sind die Karten für die Lange Nacht der Museen am morgigen Sonnabend allerdings nicht mehr zu haben. Kurzentschlossene können jedoch in den beteiligten Museen, den Berlin Infostores sowie erstmals auch in allen Fahrschein-Verkaufsstellen und an den Fahrkartenautomaten der Berliner S-Bahn noch Karten kaufen. Allerdings zahlen sie etwas mehr als Frühbucher: 15 Euro kosten die Kombitickets am Veranstaltungstag, ermäßigt 10 Euro. Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt. „Dennoch ist das Preis-Leistungsverhältnis unschlagbar“, sagt Gabriele Miketta, Pressesprecherin der Kulturprojekte GmbH Berlin.

Für all jene, die noch keine Gelegenheit hatten, die Ausstellung „Babylon. Mythos und Wahrheit“ im Pergamonmuseum zu sehen, hat Miketta noch einen speziellen Tipp: „Viele Leute meiden solche tendenziell überlaufenen Ausstellungen während der Langen Nacht, aus Angst, dass die Schlangen zu lang sind. Aber gerade deshalb stehen die Chancen gut, dass man nicht ganz so lange anstehen muss, wie sonst“, so Miketta. Dennoch: Wer es wagen will, sollte versuchen, sich bis 14 Uhr über den Shop der Seite www.museumsportal-berlin.de ein Zeitfenster zum Besuch der Ausstellung zu reservieren. Damit zieht man in jedem Fall an der Schlange vorbei. sby

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