Beilage Humboldt-Universität 2014 : „Für komplizierte Forschung begeistern“

HU-Preise für ausgezeichnete Dissertationen und motivierende Lehre: die Geehrten und ihre Projekte.

Martin Hempel.
Martin Hempel.Foto: privat

Genau 15 Minuten Zeit hat man, um den Inhalt seiner Arbeit vorzustellen, wenn man für den Dissertationspreis Adlershof nominiert ist. Wer ihn gewinnt, hat bewiesen, dass er andere für komplizierte Forschungsinhalte begeistern kann. In meiner Arbeit ging es um Hochleistungs-Diodenlaser, die derzeit effizienteste menschengemachte Struktur zur Umwandlung von elektrischer Energie in Licht. Damit werden etwa Verstärker der Glasfasernetze für die Telekommunikation am Laufen gehalten. Nach der Auszeichnung hatte ich auch einige Anfragen für Vorträge. Etwa zwei Monate nach der Preisverleihung wurde meine Tochter geboren, da konnte ich das Preisgeld gut gebrauchen.

Martin Hempel, Max-Born-Institut, Dissertationspreis Adlershof 2013.

Der Caroline-von- Humboldt-Preis für exzellente Nachwuchsforscherinnen der HU hat mich und meine Arbeit vor allem innerhalb der Universität bekannter gemacht. Ich konnte an einigen Projekten mitwirken, deren Initiatoren mich sonst vielleicht nicht auf dem Schirm gehabt hätten.

Anne Baillot.
Anne Baillot.Foto: privat

Durch das Preisgeld von 15 000 Euro konnte ich unter anderem eine digitale Edition von Briefen und Texten Berliner Intellektueller aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert aufbauen. Ich hoffe auch, dass der Preis außerhalb meiner Arbeit etwas bewirkt. Ich erlebe viel zu häufig entmutigte Doktorandinnen, die nicht das Gefühl haben, in der Forschung etwas erreichen zu können.

Anne Baillot, Institut für deutsche Literatur, Caroline-von-Humboldt-Preis 2010.

Mir ist es wichtig, Studierende näher an die Forschung heranzubringen. Ich biete deshalb montags ein Seminar an, in dem Chemie-Studierende die Ergebnisse ihrer Abschlussarbeiten vortragen und diskutieren können. Die Veranstaltung besuchen sie solange, bis sie ihre Arbeiten publizieren könnten. So tragen sie schon während ihres Studiums zum wissenschaftlichen Diskurs bei und müssen nicht bis zur Promotion warten.

Klaus Rademann.
Klaus Rademann.Foto: privat

Das Preisgeld, das ich in diesem Jahr mit dem Humboldt-Preis für gute Lehre erhalten habe, soll wieder in die Lehre einfließen. Die 10 000 Euro werden uns helfen, die Möglichkeiten des Internets noch besser zu nutzen.

Klaus Rademann ist Professor am Institut für Chemie, Humboldt-Preis für gute Lehre 2014.

Das Thema Judentum spielt in Deutschland vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte eine zentrale Rolle. Allerdings konzentrieren sich Forschungen dazu nahezu ausschließlich auf das Leben der Juden in der Vergangenheit. Für mich war es wichtig zu zeigen, dass heute ein neues, lebendiges, heterogenes und postmodernes jüdisches Leben in Deutschland und in Berlin existiert.

Alina Gromova.
Alina Gromova.Foto: Judith Metze

Meine Dissertation drehte sich deshalb um junge, russischsprachige jüdische Einwanderer in der Hauptstadt. Mit dem Preisgeld habe ich meine Doktorarbeit als Buch beim transcript Verlag veröffentlichen können.

Alina Gromova, akademische Mitarbeiterin und Guide im Jüdischen Museum Berlin, Humboldt-Preis (für Abschlussarbeiten und Dissertationen) 2013.

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