Zeitung Heute : Beispiel 3: Die Grafikerin

Annette Zahl ist Produktionerin in einem Verlag

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Annette Zahl ist Produktionerin in einem großen Berliner Comicverlag, das heißt: sie prüft und optimiert Druckdaten und organisiert die Arbeitswege zwischen Grafik und Druckerei. Eine Ausbildung dafür besitzt sie nicht – aber einen großen Schatz an Erfahrung und Knowhow.

Nach dem Abitur wollte die heute 36-Jährige unbedingt etwas mit Computern machen. Damals, Anfang der 90er Jahre, haben viele Firmen Computerprogramme angeschafft, ohne jemanden zu haben, der sie bedienen kann. Das war auch Zahls Chance. „Ich hatte das Glück, dass mir meine Arbeitgeber den Freiraum gegeben haben, mir alles selbst beizubringen,“ sagt sie. Heute ist sie fit in allen Mac- und Grafikprogrammen, ohne jemals mehr als eine kurze Photoshop-Schulung besucht zu haben – weil sie die Entwicklung von Anfang an begleitet hat. Die fehlende Ausbildung hat sie in ihrer Karriere nicht behindert: „Wichtig war immer meine Berufserfahrung.“

Nach Diplomen hat nie jemand gefragt. Dass sie nicht studiert hat, bedauert Annette Zahl trotzdem ein wenig. Nicht, weil sie im Studium vielleicht mehr gelernt hätte. Sie hätte einfach gerne mehr und anderes ausprobiert.

Stattdessen hat Annette Zahl selbst unterrichtet. Für eine Software-Firma schulte sie etwa die Mitarbeiter von großen Verlagen: „Oft war ich schon vorher als Dozentin oder Projektbegleiterin in einer Firma eingesetzt und habe dann zu dieser Firma gewechselt.“ So entstand auch der Kontakt zu ihrem derzeitigen Arbeitgeber. „In meinem Job muss man in beiden Bereichen fit sein. In der Technik und in der Grafik, das macht es immer wieder spannend.“ af

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