Zeitung Heute : Belichtete Filme sollten besser nicht in den Koffer, wenn am Flughafen ein CTX-Gerät vor Bomben warnt

Eine neue Generation von Röntgen-Scannern zur Gepäckkontrolle an internationalen Flughäfen kann unentwickelte Urlaubsfilme unwiederbringlich zerstören. Das berichtet die in München erscheinende Zeitschrift "Color Foto" in ihrer neuesten Ausgabe.

Im Vergleich zu älteren, filmsicheren Modellen durchleuchten die neuen Geräte das Gepäck mit einer 300 Mal höheren Energiedosis als bisher. Dadurch werde nicht entwickeltes Filmmaterial nahezu vollständig zerstört. Auf Dias und Negativstreifen bliebe außer Nebel und Blitzen selten etwas zu erkennen, heißt es in dem Artikel.

Im Bundesinnenministerium - zuständig für die Sicherheit an deutschen Flughäfen - hieß es dazu, man haben schon vor Monaten darauf hingewiesen, dass bei den Überprüfungen zunehmend neue Technik zum Aufspüren von Bomben eingesetzt werde. Einige dieser neuen Geräte könnten Foto- und Filmmaterial beschädigen. Der Sprecher des Ministeriums betonte, mit diesen Geräten werde aber nicht das Handgepäck durchleuchtet. Deshalb sei empfohlen worden, Filme und Kameras nicht in den Koffern zu lassen, sondern nur im Handgepäck mitzuführen.

Die Zeitschrift hatte berichtet, dass die Geräte vermehrt auch zur Kontrolle des Handgepäcks zum Einsatz kämen. Spezielle Bleibeutel, mit denen die Filme vor Röntgenstrahlen sonst geschützt werden könnten, blieben wirkungslos, da die Geräte ihre Leistung automatisch so weit steigerten, bis der Inhalt der Tüten erkennbar werde.

Mehr als 150 Geräte eines amerikanischen Herstellers (InVision), der die so genannten CTX-Scanner produziert, verrichten nach diesen Angaben inzwischen auf rund 45 der größeren Airports weltweit ihren Dienst, vereinzelt auch in Deutschland. Reisende könnten die neuen Modelle an ihrem trommelförmigen Gehäuse erkennen oder an der Aufschrift "InVision Technologies" und "L3".

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