Zeitung Heute : BER-Eröffnung das vierte Mal verschoben

Platzeck: Chefplaner Amann wird Oktober 2013 vorschlagen / Aufsichtsratssitzung auf Freitag vorgezogen.

K. Kurpjuweit[T. Metzner] C. Tretbar
Als der Optimismus noch groß war: Spatenstich am BER
Als der Optimismus noch groß war: Spatenstich am BERFoto: dapd

Berlin - Sechs Jahre nach dem ersten Spatenstich für den neuen Hauptstadtflughafen BER wird die Eröffnung jetzt zum vierten Mal verschoben. Statt wie zuletzt angekündigt am 17. März 2013 soll der Flughafen nun am 27. Oktober 2013 eröffnet werden. Den Termin will der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft bereits am Freitag förmlich beschließen.

Als erstes Aufsichtsratsmitglied bestätigte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) die Verschiebung. Der neue technische Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, Horst Amann, werde den neuen Termin im Oktober 2013 dem Aufsichtsrat auf einer vorgezogenen Sitzung am Freitag vorschlagen, sagte Platzeck dem Tagesspiegel. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), wollte sich nicht äußern.

Nach Tagesspiegel-Informationen hat Amann die Notbremse gezogen und will den Planungsprozess für die noch ausstehenden Arbeiten noch einmal ganz von vorne beginnen. Die von den bisherigen Planern eingereichten Unterlagen seien fehlerhafter gewesen als angenommen. Ausbaupläne für die Firmen seien zum Teil gar nicht vorhanden gewesen. Die Planer sind inzwischen geschasst worden und werden von der Flughafengesellschaft verklagt.

Weil Fluggesellschaften dagegen waren, mitten im Flugplan zu wechseln, habe man sich für den 27. Oktober als Eröffnungstermin entschieden, heißt es. An diesem Tag beginnt der Winterflugplan 2013/14. Ein Umzug vorher, verbunden mit einem neuen Flugplan, würde sich auch auf andere Flughäfen auswirken, begründen Fluggesellschaften ihren Terminwunsch. Außerdem bleibe so Zeit für einen ausreichenden Probebetrieb.

Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke), der den Finanzausschuss des Aufsichtrates leitet, rechnet trotz der neuerlichen Verschiebung nicht mit weiteren Mehrkosten. Er geht davon aus, dass die bisher erwarteten 1,17 Milliarden Euro ausreichen werden. Die Länder Berlin, Brandenburg und der Bund verhandeln weiter über Details, wie die Summe konkret aufgebracht werden soll. Der BER-Finanzausschuss und der Projektausschuss, der sich um den Ausbau kümmert, tagen am Freitag vor dem Aufsichtsrat.

Auch der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), bestätigte die Verschiebung. Zwei Termine hätten im Raum gestanden: Frühjahr 2014 oder Oktober 2013. „Jetzt hat man sich für den Oktober-Termin entschieden, ich hoffe, dass es diesmal dafür technische Gründe gibt und nicht wieder politische“, sagte Hofreiter.

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