Zeitung Heute : BER soll jetzt 5,7 Milliarden kosten Aufsichtsrat nennt Zahlen „Spekulation“

Berlin - Der Ausbau des Flughafens BER in Schönefeld könnte sich nach Berechnungen des Flughafenprojektsteuerers WSP/CBP um 1,1 Milliarden Euro verteuern und damit bei dann 5,7 Milliarden Euro landen. Vor dem Baustart 2006 war das Projekt mit 1,9 Milliarden Euro veranschlagt – allerdings bei einem kleineren Bauvolumen. Die Mehrkosten müssten wahrscheinlich erneut Berlin, Brandenburg und der Bund aufbringen. Eine Kreditfinanzierung durch Banken gilt als unwahrscheinlich.

Der Brandenburger Staatssekretär Rainer Bretschneider und sein Kollege Rainer Bomba vom Bundesverkehrsministerium, die beide im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft sitzen, bezeichneten die neuen Zahlen als „Spekulation“. Im Dezember werde die Geschäftsführung des Flughafens ein „solides Finanzkonzept“ vorlegen, kündigte Bretschneider an. Länger dauert es beim Eröffnungstermin. Das nächste Datum, das dann das endgültige sein soll, werde man Anfang 2014 nennen, sagte Bomba am Freitag im BER-Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses.

Heftige Vorwürfe machte Bomba dort der inzwischen abgelösten Geschäftsführung. Der damalige technische Geschäftsführer Manfred Körtgen habe trotz kritischer Nachfragen aus dem Aufsichtsrat kein realistisches Bild vom Zustand der Baustelle vermittelt. Und der ehemalige Flughafenchef Rainer Schwarz habe beim Risikomanagement versagt. Dessen Klage gegen den Rauswurf wird am 14. November verhandelt. Den Planern des Flughafens warf Bomba ein unzureichendes Problembewusstsein vor. kt/thm

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