Zeitung Heute : Beratung gibt es – noch – umsonst

Die Bahn gibt keine Kursbücher mehr heraus – Der Tagesspiegel veröffentlicht den Fahrplan weiter Probleme an den Fahrzeugen und monatelange Baustellen führen zu Einschränkungen

Klaus Kurpjuweit

Neuer Fahrplan – höhere Preise. Um durchschnittlich 3,9 Prozent verteuern sich die Fahrten bei der Deutschen Bahn AG zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember. Auch die Preise für die Bahn-Card steigen im Durchschnitt um 3,6 Prozent. Im Regionalverkehr verteuern sich unter anderem das Schönes-Wochenende -Ticket um zwei Euro. Es kostet dann an Automaten und beim Kauf über das Internet 37 Euro, am Schalter werden 39 Euro fällig.

Auf einen Bedienzuschlag beim Schalterverkauf in Höhe von 2,50 Euro pro Fahrt, den die Bahn bei allen Fahrscheinen einführen wollte, hat das Unternehmen nach heftiger Kritik verzichtet. Und auch Beratungsgespräche am Schalter gebe es weiter gratis, zeigt sich die Bahn kulant.

Die Bahn prüft derzeit, ob sie durch die Ausgabe von Nummern an Kunden den Verkauf von Fahrscheinen beschleunigen kann. Der Modellversuch findet in Ingolstadt statt, obwohl man ihn in Berlin mitinitiiert hat. Vorbild dafür ist Zürich, mit dessen Hauptbahnhof die Berliner eine Partnerschaft gebildet haben. Seither tauschen sie auch Personal aus, das jeweils drei Monate im Partnerbahnhof arbeitet. Dabei haben die Berliner das Züricher Modell kennengelernt. Dort können Fahrgäste, die eine längere Beratung brauchen, Nummern ziehen – aufgeteilt jeweils für Gruppen, für Fahrten ins Ausland, für Abonnements oder für Ferien- und Städtereisen.

Ziel ist es, keinen Kunden länger als zehn Minuten warten zu lassen. Die Mitarbeiter wechseln bei großem Andrang flexibel zwischen den verschiedenen Bereichen. Für den Sofortverkauf gibt es besondere Schalter, an denen der Verkauf meist nicht länger als eine Minute dauern soll. Gibt es auch dort Beratungsbedarf, schicken die Mitarbeiter die Kunden zu den speziellen Beratungsschaltern. In Zürich verkauft die Bahn nicht nur Fahrkarten für die Züge, sondern auch Konzert- und Theaterkarten. Insgesamt gibt es dort rund 2900 Verkaufsartikel.

Während sich die meisten Preise ändern, soll der Fahrplan stabil bleiben, obwohl die Bahn weiter alle 30 000 Laufkilometern die Achsen bei mehreren ICE-Baureihen untersuchen muss. Weil die Züge nach einem Achsenbruch häufiger in die Werkstatt müssen, hat die Bahn den Fahrplan angepasst – den wir aktuell in der Beilage veröffentlichen. Kursbücher gibt die Bahn nicht mehr heraus. Die Nachfrage sei zu gering und die Kosten seien zu hoch gewesen.

Neu im Fahrplan ist ein Zwei-Stunden-Takt zwischen Berlin und dem Flughafen Amsterdam Schiphol. Auch Nachtzüge nach Budapest mit Kurswagen – und Autotransport – nach Wien sowie nach Warschau mit Kurswagen nach Gdynia, Krakow und Kaliningrad sind neu ins Programm aufgenommen worden. Den Nachtzug nach Paris leitet die Bahn nun über Saarbrücken, wodurch der Halt in Brüssel entfällt und sich die Fahrtzeit erheblich verlängert.

Länger dauert vom 1. März bis voraussichtlich zum 13. Juni 2009 auch die Fahrt nach Hamburg. Wegen Bauarbeiten wird der Abschnitt Nauen–Wittenberge voll gesperrt; Fernzüge werden umgeleitet, im Regionalverkehr fahren Busse.

Vom 16. Dezember an bietet die Bahn mit der 0180 5 99 66 33 auch eine neue Servicenummer an, bei der die Auskunft 14 Cent pro Minute kostet. Gratis bleibt die Fahrplanauskunft 0800 1507090.

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