Zeitung Heute : BERATUNG, QUALITÄT, SICHERHEIT

Schmerzhilfe

Wohin gehe ich, wenn mich nicht enden wollende Schmerzen plagen, ich aber keinen geeigneten Arzt kenne? Oder mehrere Ärzte es erfolglos mit mir probiert haben? Hinzu kommt vielleicht, dass Familie, Freunde und Kollegen kaum noch glauben können, dass die Leiden seit Jahren einfach nicht verschwinden wollen. Obwohl der „Chronische Schmerz“ mittlerweile als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt ist, sind nach wie vor viele Patienten unterversorgt, sagt Angelika McDaniel. Die Berliner Fachärztin ist in der Deutschen Schmerzhilfe tätig. Die Schmerzhilfe will Öffentlichkeit, Betroffene und Ärzte über das Krankheitsbild „chronische Schmerzen“ informieren. Der Verein hilft bei der Suche nach einem geeigneten Therapeuten, alle zwei Monate referieren Experten zum Thema Schmerz – die Vorträge sollen dabei möglichst für Laien verständlich sein. Doch auch die Patienten selbst können aktiv werden: Um Selbsthilfegruppen zu gründen, stehen mitarbeitende Sozialpädagogen zur Verfügung. „Anfänglich wird eine Gruppe begleitet, später treffen sie sich dann selbständig“, sagt Angelika McDaniel. Die Therapeutin hofft auf Unterstützung: „Der Verein ist gemeinnützig und frei von kommerziellen Interessen, so dass wir auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen sind.“

Deutsche Schmerzhilfe, Tulpenstr. 5, 12203 Berlin, Telefonsprechstunde immer montags und donnerstags zwischen 10 und 13 Uhr unter 030/792 46 49. Im Internet unter www.schmerzhilfeberlin.de

Als Interessenvertretung versteht sich auch die Deutsche Schmerzliga, die Betroffenen den Zugang zu angemessener Behandlung erleichtern möchte.

Die Schmerzliga ist telefonisch unter 0700/375 375 375 zu erreichen (montags bis freitags 9 bis 12 Uhr, 12 Cent/Minute) www.schmerzliga.de

Kontrolle

Ein als Schmerztherapeut tätiger Arzt muss der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin unter anderem folgende Qualifikationen nachweisen: die Teilnahme an einem von der Ärztekammer anerkannten Kurs über Schmerztherapie von mindestens 80 Stunden Dauer, einjährige Tätigkeit in einer entsprechend qualifizierten Schmerzeinrichtung, und mindestens acht Besuche einer interdisziplinären Schmerzkonferenz innerhalb eines Jahres vor der Zulassung zum Scherztherapeuten. Der Mediziner muss auch nach der Genehmigung in jährlichen Abständen nachweisen, dass er an mindestens acht interdisziplinären Schmerzkonferenzen teilgenommen hat und in seiner Praxis überwiegend chronisch schmerzkranke Patienten behandelt.

Die Praxis muss an vier Tagen pro Woche mindestens je vier Stunden Patienten empfangen und ständige Rufbereitschaft haben. Außerdem müssen drei alternative Behandlungsverfahren angeboten werden – etwa Physikalische Therapie, Hypnose und Neurolyse. Die Praxis eines Schmerztherapeuten muss rollstuhlgerecht sein sowie über Überwachungs- und Liegeplätze mit Reanimationseinheiten verfügen. Außerdem sollten EKG- und Pulsmonitoring an jedem Behandlungsplatz, an dem invasive Verfahren durchgeführt werden, vorhanden sein. Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin kann die organisatorischen und räumlichen Gegebenheiten jederzeit überprüfen.hah

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