Zeitung Heute : Berlin als australisches Hauptquartier

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Sie kommen aus der ganzen Welt, halten ihre Fähnchen in den Wind und klopfen sich stolz aufs Landeswappen. Hier stellen wir Fußballpilger vor, die loszogen, um nah dran zu sein.

Vieles ist schon über die Stimmung in Berlin bisher geschrieben worden, doch das wohl größte Kompliment kommt von Wayne aus Sydney: „Die Stimmung hier ist wie bei uns damals bei den Olympischen Spielen“, sagt er, und seine Söhne Yannick und Justin nicken eifrig. Von der Atmosphäre in den anderen Städten kann er auch nur Positives berichten. Vor allem die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft haben es ihm angetan. „Ich war auch schon in München, und die Atmosphäre war fantastisch“, schwärmt Wayne vom Spiel der Australier gegen die Brasilianer. Auf den Trikots der drei steht jeweils nur ein Name auf dem Rücken: Harry Kewell. „Der hat uns doch erst nach Deutschland geschossen“, wundert sich Yannick über so wenig Kenntnisse der australischen WM-Geschichte. Die Familie ist bei Waynes Schwiegereltern untergekommen und hat Berlin als ihr Hauptquartier auserkoren. Mit dem Turnierverlauf ist er mehr als zufrieden. „Bisher waren wir doch das Überraschungsteam im Turnier“, verkündet er stolz. Mit der Leistung von Markus Merk im Spiel gegen Brasilien ist Wayne hingegen nicht einverstanden. „Den kannst du echt vergessen“, regt er sich heute noch auf. Für das Entscheidungsspiel gegen Kroatien hat Wayne leider keine Tickets, dafür fiebert er mit seinen Söhnen von Berlin aus mit. Vor Anpfiff sind sich alle drei noch unsicher, ob noch ein australisches Wunder passieren wird. „Wenn wir heute verlieren, stehen wir trotz der tollen Leistung mit leeren Händen da. Aber wir gewinnen eins zu null“, versucht Wayne sich Mut zu machen. An ein Ausscheiden mag er gar nicht denken. Am Abend lässt sie ihr Held auch diesmal nicht im Stich. Harry Kewell trifft nach hartem Kampf kurz vor Schluss zum Ausgleich.

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