Zeitung Heute : Berlin dienen

Alexander Visser

In Frankfurt am Main und in München sind die großen Banken und Versicherungen zu Hause. Hamburg ist mit seinem Hafen zur Logistikmetropole geworden. In Düsseldorf sitzen die Werber. Und Berlin? Nach dem Fall der Mauer verlegten weder die Allianz- Gruppe noch die Deutsche Bank ihren Hauptsitz zurück in die Stadt, in der sie gegründet wurden. Keiner der großen Namen strebte zurück in die einstige Wirtschaftsmetropole Berlin. In der Nachwendezeit erfüllten sich viele Hoffnungen nicht – auch die nicht, dass Berlin durch rasantes Wachstum des Dienstleistungssektors das Wegbrechen der Industrie ausgleichen könnte.

Doch gibt es gleichwohl Bereiche in der Hauptstadt, die sich hervorragend entwickeln und keinen Vergleich mit anderen deutschen Metropolen scheuen müssen. Berlin hat die modernste Hotellandschaft Europas. Forschungslabore arbeiten auf dem höchsten Stand der Technik. Die Metropole ist Anziehungspunkt für die kreativsten Werber und Designer. Und es gibt Dienstleister, die in der ganzen Welt gefragt sind, um Probleme zu lösen. Die Ingenieure von Gerb Schwingungsisolierungen stellen sicher, dass Wolkenkratzer jeden Sturm überstehen. Software von PSI für den Betrieb von Stromnetzen sorgt dafür, dass in Europa nicht das Licht ausgeht. Und die Dussmann-Gruppe hat so viel Know-How bei der Ausbildung von Servicekräften, dass sie selbst im fernen Vietnam Krankenhauspatienten verpflegt. Der Erfolg solcher globalen Dienstleister dient Berlin.

Die nächste Tagesspiegel-Beilage „Berliner Wirtschaft“ erscheint im Dezember.

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