Zeitung Heute : Berlinale-Abschied mit Kelch und Flöte

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STADTMENSCHEN

Der Wert der Berlinale für die Orientierung im gesellschaftlichen Leben ist nicht zu unterschätzen. Man kann danach wieder halbwegs mitreden, was Entwicklungen auf der Leinwand betrift – und man ist geschult in den neuesten Facetten des gesellschaftlichen Lebens. Zum Beispiel der Schlussempfang am Sonntagabend: Manch einer war anwesen, der Champagner und niedere Schaumweine aus Kelch oder Flöte zu konsumieren pflegte und von zulässigen Alternativen nichts wusste. Der also keine Ahnung hatte, dass mittlerweile zulässig ist, Piccolo-Fläschchen per Strohhalm zu leeren. Es geht aber und war an diesem Abend sogar die übliche Methode.

Zur Schwarzenegger-Premiere waren die Gä ste nur bis in den ersten Stock des ehemaligen Staatsratsgebäudes gelangt. Zur Berlinale-Gala ging es noch eine Etage höher, und viele, die zuvor die Preisträger im Berlinale-Palast beklatscht hatten, fanden sich nun wieder vereinigt, der Gysi etwa und der Momper, und auch der viel fotografierte John Irving. Ein letztes Mal zeigte sich, wie anders die Berlinale diesmal im Vergleich zu früher war. Üblicherweise wurde sonst beim Anfangsempfang geschlemmt und zum Abschluss geknausert. Diesmal verlief es anders herum, die Büfetts waren überaus üppig und entsprechend frequentiert. Sogar ein silberner Bär wurde im Verlkaufe des Abends gesichtet, Andreas Dresen, Regisseur von „Halbe Treppe“, hatte ihn mitgebracht, strahlte und erklärte, den könne ihm nun niemand mehr nehmen. ac

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