Zeitung Heute : Berliner Schnauze

Viele Menschen schimpfen über sie – aber was wäre, wenn die Hunde der Stadt reden könnten? Versuchen wir doch mal, ihnen zuzuhören.

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BLIXX: Ich bin drei Jahre alt. Meinen Namen habe ich dem Sänger Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten zu verdanken. Die Kellers fanden, er passt zu mir. Ich wohne mit ihnen in Lichterfelde West. Da gefällt es mir viel besser als in der Berliner City. Jeden Morgen geht Franziska mit mir spazieren, mittags machen das die Kinder und abends ist dann Siggi dran. Jeder kümmert sich mal um mich, es gibt keinen Stress. Mein absolutes Lieblingsessen ist Franziskas selbst gemachte QuarkEi-Bananen-Speise. Ich finde ja, dass es die viel zu selten gibt: höchstens einmal pro Woche. Ansonsten kriege ich Trockenfutter oder auch mal einen Knochen. Wenn ich mir das so recht überlege, müssen die Kellers ziemlich viel Geld für mich hinblättern. Allein das Fressen kostet bestimmt 50 Euro im Monat. Und dann noch die Impfungen und Steuern! Vielleicht deshalb Blixa Bargeld? Den Hundeführerschein haben sie mich auch machen lassen. Da lernt man als Hund, sich richtig aufzuführen. Ist ja nicht immer ganz einfach in einer so großen Stadt: Manchmal komme ich anderen Hunden in die Quere, oder ich kriege einen dummen Spruch von Passanten zu hören. Die ärgern sich, wenn ich nicht an der Leine laufe, obwohl ich das in unserem Viertel darf! Ich persönlich finde jedenfalls, dass ich ziemlich gut geraten bin.

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