BERLINER SPITZENKÖCHE verraten ihre Tricks : Torta Milena

Diese Torte heißt nach meiner Tochter: Milena. Die backt nämlich so gern.

Renzo Pasolini

Diese Torte heißt nach meiner Tochter: Milena. Die backt nämlich so gern, schon als Kind fing diese Leidenschaft an. Und was besonders praktisch ist an dem Rezept: Es ist eine gute Resteverwertung für Kekse, die nicht mehr so ganz knackfrisch sind. Oft landen sie dann ja in der Abfalltonne, aber dafür sind sie eigentlich zu schade. Am besten eignen sich einfache Butterkekse, aber man kann auch andere nehmen oder sogar verschiedene Sorten; was man gerade so herumliegen hat.

150 Gramm Plätzchen zerbröselt man ganz fein (zu grob wird der Teig nicht schön), dazu kommen 100 Gramm gemahlene Haselnüsse, 120 Gramm weiche Butter – die muss man rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen – und ein Ei. Zucker braucht man nicht, die Kekse sind ja schon süß. Das vermischt man alles zu einem Teig, den man mit den Händen in eine normale Springform (22 cm) drückt.

Und ab in den Ofen damit: Der Boden wird eine halbe Stunde lang bei 160 Grad gebacken, dann lässt man ihn abkühlen. In der Zwischenzeit macht man die Creme: Je 250 Gramm Mascarpone und Magerquark – oder Joghurt, wenn man darauf mehr Lust hat – werden mit 100 Gramm Zucker und zwei Eigelb mit dem Mixer schön cremig gerührt.

Dann weicht man zwei Blatt Gelatine in Wasser ein, drückt sie aus und löst sie in einem Gläschen Amaretto (5 cl) auf, den man im Topf erwärmt hat. Und dieses bisschen Flüssigkeit rührt man unter die Creme. Die streiche ich (oder streicht Milena) schön gleichmäßig auf den gebackenen Boden – der muss richtig kalt sein, sonst weicht er auf –, und dann kommt der Kuchen, mit Frischhaltefolie abgedeckt, für zwei Stunden in den Kühlschrank.

Vor dem Servieren wird er noch mit Früchten belegt, die sollen richtig reif sein, dass sie auch Aroma haben. Was man nimmt, richtet sich nach Lust und Laune und der Saison: Waldbeeren oder Pfirsiche, Aprikosen – in feine Spalten geschnitten und so ausgelegt, dass sich das Auge daran erfreut. Ich habe auch schon verschiedene Früchte gemixt oder nur eine Sorte genommen, wie’s beliebt. Die Torte kann man am Nachmittag zum Cappuccino essen, aber auch gut als Nachtisch servieren, die ist nicht so schwer.

Dazu passt super ein Glas Dessertwein. Am besten Verduzzo di Ramandolo, der schmeckt ein bisschen nach Mandeln und ist sehr fruchtig. Und gar nicht so teuer. Vin Santo geht auch, der ist aber schwerer – und ein wenig tiefer in die Tasche greifen muss man da auch, wenn es ein guter sein soll (und das soll es).

Renzo Pasolini ist Küchenchef im Bacco in der Marburger Straße.

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