Zeitung Heute : Berühmte Korsett-Trägerinnen

Der Tagesspiegel

Lange vor der berühmten Schrift des deutschen Anatomen Samuel Thomas von Sömmering von 1788 „Ueber die Schaedlichkeit der Schnuerbrueste" wies der französische Chirurg Ambroise Paré schon Mitte des 16. Jahrhunderts darauf hin, wie wenig der Gesundheit zuträglich die ganze Schnürerei und Presserei sei.

Genutzt hat es nichts. Viele Damen verschnürten sich - und einige wurden damit gar zu Berühmtheiten ihrer Zeit.

Polaire: Zu ihren besten Zeiten schnürte die Varieté-Künstlerin ihre Taille auf 42 Zentimeter. Das war 1890. Jean Lorrain schrieb über Polaire: „Die Miniaturausgabe jeder Ihnen bekannten Frau, die Schmalheit ihrer Taille liegt an der Schmerzgrenze, man meint, sie müsse laut aufschreien oder in der Mitte auseinanderbrechen." Doch dazu kam es nicht. Jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit.

Elisabeth von Österreich (Sissi) (1837-1898): Die schöne Kaiserin ging nie ohne Korsett. Sie brauchte jeden Tag drei Stunden fürs Ankleiden. Alleine eine Stunde dauerte das Einschnüren. Ihr Taillenumfang maßangeblich zeitlebens nur 50 Zentimeter.

Madonna: Die Pop-Ikone lässt sich 1990 von Jean-Paul Gaultier ein goldfarbenes Korsett mit spitzen Körbchen auf die Tournee mitgeben.

Nicole Kidman: In Baz Luhrmans buntem Kostümfilm „Moulin Rouge" tanzt die australische Schauspielerin als vielumschwärmtes Cancan-Girl Satine in aufregenden Korsetts durch das französische Varieté-Theater. cb

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