Zeitung Heute : Berühmter US-Hacker bekennt sich schuldig

Einer der berühmtesten Hacker in den USA hat sich am Freitag vor den Justizbehörden in Los Angeles schuldig bekannt und damit den Weg für einen glimpflichen Ausgang seines bevorstehenden Prozesses freigemacht.Wie sein Anwalt mitteilte, räumte der 35jährige Kevin Mitnick ein, in die Systeme mehrerer in- und ausländischer Softwarefirmen eingedrungen zu sein.Mit seinem Eingeständnis riskiert er nun eine Verurteilung zu insgesamt 46 Monaten Gefängnis.Angesichts seiner bereits verbüßten Untersuchungshaft könnte er damit nach einem weiteren Jahr Haft freikommen.Dem Abkommen zufolge muß er jedoch alle künftigen Gewinne aus Filmen und Büchern an die Firmen abgeben, die Opfer seiner virtuellen Angriffe wurden.Außerdem verpflichtete der ambitionierte Computerfreak sich, drei Jahre lang keinen Rechner mehr anzufassen.

Zeitweise war Mitnick der von der US-Bundespolizei FBI meistgesuchte Hacker des Landes.Er soll unter anderem in die Computer-Netzwerke der Firmen Motorola, Sun Microsystems, Nokia, Fujitsu und NEC eingedrungen sein und Firmengeheimnisse ausspioniert haben.Er soll versucht haben, von den Firmen Software im Wert von mehreren Millionen Dollar zu ergattern.Sein Prozess soll am 20.April beginnen.

Mitnick ist in Hackerkreisen eine Kultfigur und wird auf eigens eingerichteten Fanseiten verehrt.Als ein Autor der "New York Times" am 13.September vergangenen Jahres ein Buch über ihn vorstellte, gelang es den Fans zeitweise, das gesamte Internet-Angebot der Zeitung unzugänglich zu machen.Auf Grundlage dieses Buches wird derzeit ein Film produziert, der in den USA den Titel "Takedown" trägt und im Verlauf des Jahres in die Kinos kommen soll.Kevin Mitnicks Anwalt Donald Randolph sagte, nach Verbüßung der Haft wolle sein Mandant am liebsten wieder mit dem Studium anfangen und vielleicht als Computer-Berater arbeiten.

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