Zeitung Heute : Berufsunfähigkeit

Junge Erwerbstätige kaum informiert

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Können Sie mit monatlich 600 Euro Ihren Lebensunterhalt bestreiten? Kaum jemand wird diese Frage mit ja beantworten. Doch dieser Betrag entspricht laut Statistischem Bundesamt der durchschnittlichen staatlichen Rente eines erwerbsunfähigen jungen Mannes. Wohl demjenigen, der berufsunfähig wird, aber von seinem Arbeitsgeber als Zusatzleistung eine Versicherung finanziert bekommt – oder selbst vorgesorgt hat.

Dass der Sozialstaat bei Berufsunfähigkeit nicht automatisch einspringt, ist nach den Ergebnissen einer Befragung im Auftrag von www.financescout.de vor allem jungen Bundesbürgern nicht bewusst. Finanzberater Harald Kalthoff erklärt: „Im Falle einer Berufsunfähigkeit werden, bevor es Geld vom Staat gibt, erst die Voraussetzungen zur Zahlung einer Erwerbsminderungsrente geprüft. Dazu muss ein Angestellter zuvor fünf Jahre in die staatliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Die Rente wird dann in Relation zum letzten Einkommen berechnet. Maximal gibt es dabei 42 Prozent des letzten Nettolohns, oft auch gar nichts.“ Nach dem 2. Januar 1962 Geboren seien vom Staat schon seit einiger Zeit nicht mehr voll abgesichert, zudem behalte sich das Sozialamt vor Zuteilung der Rente vor, dem Antragsteller einen anderen Beruf zuzuteilen.

Dass 19 Prozent der jüngeren Befragten angaben, das Thema Berufsunfähigkeit sei ihnen zu kompliziert, sie würden sich später darum kümmern, hält Kalthoff für fahrlässig. Mit nur wenigen Klicks könne man sich heute im Internet über die breite Angebotspalette für Berufsunfähigkeitsversicherungen informieren. rch

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