BESETZUNGSzettel : Auferstanden aus Ruinen

Frederik Hanssen über die Sing-Akademie zu Berlin

Frederik Hanssen

Die Sing-Akademie zu Berlin hat eine glorreiche Vergangenheit: Gegründet 1791, wurde der Laienchor schnell zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt Berlins. Hier wirkten Felix Mendelssohn-Bartholdy und Karl Friedrich Zelter. Wer in der Stadt etwas auf sich hielt, sang mit. Nach dem 2. Weltkrieg formierte sich das eigentlich in Mitte beheimatete Ensemble in West-Berlin neu, im Ostteil der Stadt wurde 1963 eine bindestrichlose „Singakademie“ nachgegründet.

Nach der Wende wollte im Berliner Chorwesen nicht zusammenwachsen, was zusammengehört. Die grenzenüberschreitende Kraft der Musik bewirkte nichts, an eine Vereinigung auf Augenhöhe war nicht zu denken. Doch während die Singakademie unter ihrem Leiter Achim Zimmermann wuchs und gedieh, ging die Sing-Akademie künstlerisch den Bach herunter, drohte nach dem Abgang des letzten Leiters Joshard Daus ganz zu verstummen.

Jetzt hat Kai-Uwe Jirka die traditionsreiche Formation so weit wieder aufgebaut, dass es der Dirigent wagt, mit der Sing-Akademie wieder an die Öffentlichkeit zu treten: Hoffentlich wird das Konzert am Donnerstag mit Kantaten von Bach, Telemann und Zelter kein Himmelfahrtskommando.

Gethsemanekirche, Do 1.5., 20 Uhr, 10 €

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