BESETZUNGSzettel : Das ist der Hammer

Carsten Niemann entdeckt ein verkanntes Instrument

Carsten Niemann

Während sich beim modernen Konzertflügel die jungen Shooting-Stars gegenseitig auf die Pedale tritt, fristet das Hammerklavier ein Mauerblümchendasein. Dabei lechzt das Instrument Haydns, Mozarts und Beethovens nach Pioniertaten - von heiß diskutierten Werkzyklen bis hin zu epochalen Gesamteinspielungen. Und es gibt noch mehr zu entdecken: Viele einst populäre Zeitgenossen der Klassiker, die sich als komponierende Virtuosen ihre Werke selbst auf Leib schrieben, zeigen sich nur auf dem eigenen Instrument in ihrer ganzen Größe – und das war nun mal das Hammerklavier mit seinem farbenreichen Klang. Ob der 1979 in Südafrika geborene Kristian Bezuidenhout für Castingfieber in der Hammerklavierszene sorgen wird?

Spätestens mit seinem Debüt in der Carnegie Hall hat er über Insiderkreise hinaus auf sich aufmerksam gemacht: als ein Pianist, der mit seinem Einfühlungsvermögen nicht nur historische Werke, sondern auch die dazu gehörigen Interpretenpersönlichkeiten neu zum Leben erwecken kann. Am Mittwoch wird er mit dem Ensemble Oriol Klavierkonzerte präsentieren, die der junge Mozart aus Werken seiner Zeitgenossen zusammenstellte. Eine Visitenkarte, die man einstecken sollte.

Kammermusiksaal, Mi 30.4., 20 Uhr, 12,50 €-30,90 €

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