BESETZUNGSzettel : Giuseppe de luxe

Frederik Hanssen über olle Kamellen als Marketingtrick

Frederik Hanssen

Auch wenn es die Künstler lange nicht wahrhaben wollten – mit ihren Produkten konkurrieren sie wie jeder andere Anbieter auf dem Freizeitmarkt um die Gunst der Kunden. Darum ist es nur logisch, wenn auch Hochkultur-Institutionen mit modernen Marketingtricks operieren. Seit einigen Jahren lockt die Deutsche Oper beispielsweise im Frühjahr mit einem Festival: Diesmal werden vom 17.2. bis 28.3. die Verdi-Wochen ausgerufen.

Bei Licht besehen gibt es hier allerdings vor allem olle Kamellen in neuer Verpackung. Es gibt eine Premiere („Aida“ am 2.3., dirigiert vom Ex-Musikchef Renato Palumbo), die übrigen Produktionen aber sind Repertoire-Ware, Hans Neuenfels’ „Rigoletto“ gar ein Klassiker moderner Inszenierungskunst. Dennoch kann es lohnend sein, sich die „Besten von Gestern“ anzusehen, denn sie werden mit Stars aufgepeppt: So ist am 20.2. mit Ambrogio Maestri ein echtes Schwergewicht unter den Helden-Baritonen zu erleben. Im März wird Anja Harteros dann in dieser Produktion singen, Roberto Saccà ist für „Traviata“ angekündigt, Sylvie Valayre für „Nabucco“, Patricia Ciofi für „Rigoletto“. Viva Verdi!

Deutsche Oper, So 17.2.,

18 Uhr: „Simon Boccanegra“ (Eröffnung), auch Mi 20.2., 19.30 Uhr, ab 25 €

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