BESETZUNGSzettel : Venedig singen und sterben

Frederik Hanssen weiß was für Regietheater-Hasser

Frederik Hanssen

Hier mal eine gute Nachricht für alle, die sich dauernd darüber beschweren, dass auf deutschen Opernbühnen nur noch solche schrecklich modernen Inszenierungen zu sehen sind, bei denen die Sänger in Second-Hand-Lumpen herumlaufen und Dinge tun müssen, die man lieber nicht vorgeführt bekommt: Die Deutsche Oper holt La Gioconda aus dem Fundus! Das melodienselige, grandios-melodramatische Meisterwerk von Puccinis Kompositionslehrer Amilcare Ponchielli wird in historischer Originalversion gezeigt. Mit gemalten Prospekten und Kostümen aus dem Venedig des 18. Jahrhunderts und einer klassischen Balletteinlage, die jedes Mal spontanen Szenenapplaus erhält.

Die Handlung geht so: Der Chefspitzel des Dogen liebt die Straßensängerin Gioconda, die ihr Herz wiederum an einen verbannten Adligen vergeben hat, der seinerseits allerdings der verheirateten Laura zugetan ist. Lauras Gatte bekommt einen Wink vom Spitzel, hält seine Gattin für ehebrecherisch und zwingt sie, Gift zu trinken. Doch Gioconda rettet die Nebenbuhlerin, indem sie ihr einen Trunk verabreicht, der Laura zeitweise in einen todesähnlichen Schlaf versetzt. Und hier sind wir erst im dritten Akt. Unbedingt hingehen!

Deutsche Oper, Do 3.4.,

18 Uhr, ab 25 € AW344

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