Zeitung Heute : Bessere Aufstiegschancen

Mit Fernstudien halten sich Mitarbeiter von Kanzleien und Notariaten auf dem neuesten Stand

Heiko Schwarzburger

Zwei Berliner Fachhochschulen haben sich zusammengetan, um in der Weiterbildung ein ganz spezielles Angebot zu unterbreiten: das Fernstudium Rechtsfachwirt, das mit einer Prüfung vor der Anwaltskammer Berlin abschließt. Es richtet sich an Berufstätige, Quer- und Wiedereinsteiger. Den Lehrstoff vermitteln Hochschuldozenten, Rechtsanwälte und erfahrene Bürochefs aus Anwaltskanzleien. Jedes Jahr steigen rund 100 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet in den dreisemestrigen Kurs ein. Die Erfahrung zeigt: Die Absolventen verbessern ihre Aufstiegschancen in den Kanzleien dadurch erheblich.

An dem Studienprogramm sind die Technische Fachhochschule (TFH) und die Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege (FHVR) beteiligt. Gegenstand des Fernstudiums sind Büroorganisation, Personalwirtschaft, Mandantenbetreuung im Kosten-, Gebühren- und Prozessrecht sowie in der Zwangsvollstreckung. Die Absolventen sollen „ihre“ Anwälte später professionell unterstützen und entlasten können, wenn es um nichtanwaltliche Aufgaben geht. Am Fernstudieninstitut der TFH werden sie systematisch auf die Prüfung vor der Rechtsanwaltskammer vorbereitet. Schriftliche Aufgaben werden gelöst und zur Korrektur eingesandt. Hinzu kommen zwei einwöchige Päsenzphasen an der TFH.

Für Notarfachwirte fehlt bislang eine bundesweit einheitliche Qualifikation, da es in Deutschland verschiedene Formen von Notariaten gibt. Die Berliner Notarkammer hat aber eine dem Rechtsfachwirt entsprechende Prüfungsordnung erlassen. Dabei müssen die Prüflinge unter anderem im Liegenschafts- und Grundbuchrecht, Familien- und Erbrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Registerrecht, Kosten- und Gebührenrecht, Beurkundungsrecht und im Berufsrecht der Notare beschlagen sein.

Seit dem Wintersemester 2006 bietet das Fernstudieninstitut der TFH auch ein dreisemestriges Fernstudium zum Notarfachwirt an. Der nächste Durchlauf beginnt Anfang Oktober 2007. Damit werden vor allem die Fachangestellten in Notarbüros angesprochen, die eine Prüfung vor der Notarkammer anstreben. Zugelassen werden Teilnehmer mit abgeschlossener Fachausbildung, die mindestens eineinhalb Jahre im Beruf gearbeitet haben. Wer ohne Ausbildung ins Notariat eingestiegen ist, muss mindestens viereinhalb Jahre Berufserfahrung nachweisen können.

Weitere Informationen gibt es unter www.tfh-berlin.de/fsi oder bei Irwan Farjansjah unter Telefon 030/4504-2231 am Fernstudieninstitut der TFH Berlin, Mail: fsi@tfh-berlin.de

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