Zeitung Heute : Bessere Aussichten für Akademiker

ROLAND KOCH

Die Arbeitsmarktsituation für Akademiker hat sich im vergangenen Jahr deutlich verbessert. Die Nachfrage nach qualifizierten Fach- und Führungskräften stieg kräftig an. Zu diesem Ergebnis kommt die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in ihrem jetzt veröffentlichten Jahresbericht 1998.So erhielt die Bundesanstalt für Arbeit (BA) im verganenen Jahr insgesamt 152 300 Stellenangebote für Akademiker - 47 000 (oder 45 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Ende September 1998 waren bei den Arbeitsämtern 198 300 Arbeitslose mit abgeschlossenem Hoch- oder Fachhochschulstudium gemeldet - 28 700 (oder 13 Prozent) weniger als im Vorjahr. Als ein weiteres Kennzeichen der Entspannung des Arbeitsmarktes für Fach- und Führungskräfte sieht die ZAV auch den Rückgang der Stellensuchenden. Deren Zahl hat sich um 33 800 auf 334 100 verringert.Die Arbeitsämter konnten insgesamt 85 300 Hochschulabsolventen in neue Positionen vermitteln, was einer Steigerung von 40 Prozent entspricht. Unter den Vermittelten befanden sich 25 400 Berufsanfänger. Fast die Hälfte der Vermittlungen bezog sich allerdings auf befristete Verträge.Die am meisten gesuchten Absolventen am Arbeitsmarkt waren Ingenieure, auf die 28 Prozent aller Stellenausschreibungen entfielen. Das galt für alle Fachrichtungen gleichermaßen außer für die von der Bauwirtschaft abhängigen Bereiche. Die Ingenieure wurden gefolgt von besonders qualifizierten kaufmännischen und Verwaltungsberufen (26 Prozent der Ausschreibungen). Hier waren Informatiker und Datenverarbeitungsspezialisten überdurchschnittlich gefragt. Ebenso stießen Volks- und Betriebswirte auf ein gestiegenes Interesse und auch für Juristen gab es mehr Angebote als 1997. Sozialpflegerische Berufe wurden in neun Prozent, Lehrer und Geisteswissenschaftler in acht Prozent, Ärzte und Apotheker in fünf Prozent sowie Naturwissenschaftler in vier Prozent der Stellenangebote gesucht. Letztere hatten auch als Quereinsteiger in der DV-Branche gute Chancen.Wie in den Vorjahren waren vor allem junge, berufserfahrene Kräfte mit hoher fachlicher Qualifikation gefragt. Aber auch die sogenannten "soft skill" wie soziale Kompetenz, Mobilität und Flexibilität stehen bei Arbeitgebern hoch im Kurs. Zusätzlich erwarten sie von den Bewerbern die Bereitschaft, sich Schlüsselqualifikationen in betriebswirtschaftlichen, multimedialen und informationstechnischen Bereichen anzueignen sowie lebenslang zu lernen.

Der gut 100 Seiten starke "Arbeitsmarktbericht für besonders qualifizierte Fach- und Führungskräfte 1998" kann kostenlos bei der ZAV, Arbeitsmarktinformationsstelle, Postfach 17 05 45, 60079 Frankfurt am Main, bezogen werden.

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