Zeitung Heute : Bestens gerüstet

Wer seinen Master hat, findet weltweit gute Jobs

Selina Byfield

Wer an der Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) seinen Master in „International Economics“ macht, will hinaus in die Welt. Mitarbeiter bei der UNO, Beamter im Entwicklungshilfeministerium oder Analyst bei einer großen Bank sind die häufigsten Berufswünsche der Studierenden. Mit dem FHW-Master seien sie für solche Jobs bestens gerüstet, meint der ehemalige Studiengangsleiter Hansjörg Herr. „Der Masterstudiengang ist stark anwendungsorientiert“, sagt der Wissenschaftler. „Unsere Studenten eignen sich nicht nur volkswirtschaftliches Fachwissen an, sondern lernen auch, wie man es wirtschaftspolitisch umsetzen kann. Damit grenzen wir uns auch von den Universitäten ab, deren Lehrinhalte häufig sehr abstrakt bleiben.“

Statt also nur praxisferne Wechselkursmodelle durchzurechnen, sollen die Masterstudenten verstehen, wie internationale Finanzsysteme funktionieren – und woran sie manchmal scheitern. Sie sollen begreifen, welchen Spielregeln der Welthandel folgt, wer von der Globalisierung profitiert. Das theoretische Fundament dazu wird im ersten Semester gelegt. Im Basisstudium geht es um Themen wie Wirtschaftsrecht, internationale Handelsbeziehungen und Geldpolitik. Ab dem zweiten Semester können die Masterstudenten unterschiedliche Schwerpunkte setzen. „Wir haben festgestellt, dass sich Studenten aus den Entwicklungsländern besonders für Arbeitnehmerrechte interessieren. Im Seminar zum Thema Geschlechterfragen und Globalisierung sitzen dagegen überwiegend Frauen“, erzählt Studienkoordinatorin Heike Cassel.

Nach drei Semestern Vollzeitstudium bekommen die angehenden Ökonomen den international anerkannten Grad Master of Arts. Studierende, die ihren Bachelor in sechs statt in sieben Semestern gemacht haben, müssen noch ein halbes Jahr dranhängen. Bewerber sollten außer einem wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss auch sehr gute Fremdsprachenkenntnisse vorweisen, da der Unterricht auf Englisch stattfindet. Ein Vorteil: Der Masterstudiengang ist auch für junge Volkswirte aus dem Ausland attraktiv. „Von Russland über Kenia und Australien bis nach Mexiko – unsere Studenten kommen aus allen Teilen der Welt. Sie profitieren von dem internationalen Zusammensetzung, denn zu jedem Thema kann irgendwer einen Beitrag leisten“, sagt Heike Cassel.

Einigen Bewerbern aus Drittweltstaaten wäre das fast verwehrt geblieben. Sie konnten beinahe ihr Studium nicht beginnen, weil sie die Kaution für das Visum nicht hatten oder die Papiere zu spät ausgestellt wurden, so Cassel. „Den deutschen Behörden ist das Problem bekannt. Deshalb hoffen wir, dass sich da in Zukunft einiges ändert.“ Selina Byfield

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