Zeitung Heute : Betonkunst und Roboter

Das sollten Sie nicht verpassen.

Ein Besuch bei Biotechnologen erlaubt Blicke ins Labor. Foto: TUB/Dahl
Ein Besuch bei Biotechnologen erlaubt Blicke ins Labor. Foto: TUB/Dahl

Verstörend schöne TV-Leichen

Leichenschauhaus, Pathologie oder Einbalsamierungsraum. Ein Toter wird in Fernsehserien wie „CSI“ heute nicht mehr nur am Tatort gezeigt. Er wandelte sich zur mehrfach einsetzbaren Figur im Handlungsverlauf. Seit dem 21. Jahrhundert rücken die Leichen in TV-Serien in das Zentrum der Aufmerksamkeit und dokumentieren neue Vorstellungen über den Tod. Diese medialen Bilder sind bedeutsam für die kollektive Wissensproduktion, denn im realen Leben bekommt die Gesellschaft ihre Toten kaum zu Gesicht. Welche Darstellungsformen es gibt, wie diese auf Logiken der Kunst zurückzuführen sind und wie sich speziell deutsche Leichen im „Tatort“ von amerikanischen CSI-Leichen unterscheiden, ist ein Thema im Sommernachtssalon der schönen Künste. Was die Besucher noch erwartet? Sie werden in die Mysterien der Maya eingeweiht und lernen Friedrich den Großen als Komponisten kennen. Schließlich gehören eine Spurensuche im Kreuzberger Fichtebunker, Musik als Raumkunst und weitere Präsentationen aus den Kultur- und Geisteswissenschaften zum Programm. jb

Sommernachtssalon der schönen Künste, Universitätsbibliotheken der TU Berlin und UdK Berlin, Fasanenstraße 88, Foyer, 19.00–23.00 Uhr

Haare aus dem Reagenzglas

Forschern ist es gelungen, mit körpereigenen Zellen im Labor Haarfollikel zu züchten, die unter anderem für Haartransplantationen verwendet werden können. Diese Technik ist auch deshalb interessant, weil sie einen Mikrochip zur Züchtung von Organgewebe als Alternative zu Tierversuchen ermöglicht. Mehr über „Tissue Engineering“, „Regenerative Medizin“ und den Alterungsprozess präsentieren die Biotechnologen in der Langen Nacht der Wissenschaften. Bei Mitmachexperimenten können die Besucher außerdem Mikroorganismen ihrer Haut oder ihres Haares kultivieren oder als Detektiv mit Hilfe von leuchtendem Blut einen Täter überführen. Außerdem bietet ein Rundgang durch die Labore einen Einblick in die spannende Welt der Biotechnologie.aa

Haus der Biotechnologie, Gustav-Meyer-Allee 25, 17.00–1.00 Uhr

100 Jahre Peter-Behrens-Halle

1912 entstand die 180 Meter lange Montagehalle für Großmaschinen, die Peter Behrens nach den damals neuesten Industriestandards entworfen hatte. 1870 waren auf dem Gelände noch Ställe und Schlachthöfe, die aber wegen einer Seuche wieder geschlossen wurden. Später kaufte die AEG nahezu das gesamte Gelände, errichtete die Halle und nutzte sie knapp 80 Jahre lang. Heute ist das Institut für Bauingenieurwesen der TU Berlin Hauptnutzer des denkmalgeschützten Bauwerks, das in diesem Jahr 100-jähriges Jubiläum feiert. Die Besucher können dank einer exklusiven Bildersammlung die Geschichte der Halle verfolgen.

Darüber hinaus gibt es noch andere Angebote: In den Katakomben befindet sich eine künstlerische Installation, die den Werkstoff Beton in neuem Licht zeigt. Wer möchte, kann die DaVinci-Brücke ohne Nägel, Hammer und Schrauben bauen, aus einzelnen Steinen einen Druckbogen konstruieren oder mit verschiedenen Baustoffen experimentieren. aa

Haus des Bauens/Peter-Behrens-Halle, Gustav-Meyer-Allee 25, 17.00–1.00 Uhr

Wo Roboter helfen

Sie schleppen schwere Lasten und helfen Schlaganfall-Patienten beim Laufenlernen. Kooperierende Roboter – kurz „Kobots“ – und Laufsimulatoren wie der „Haptic Walker“ helfen den Menschen. In der Fabrik der Zukunft können die Besucher diese und andere nützliche Roboter kennenlernen und ausprobieren. Eine laute, schmutzige oder gar gefährliche Umgebung macht ihnen nichts aus; sie übernehmen unangenehme Tätigkeiten aus der Produktion wie das Schleifen oder Stahlschneiden mit Wasser. Dabei lassen sie sich kinderleicht bedienen. Die Gäste können es mit dem iPhone, einem Game-Controller und durch „Gesten“ selbst versuchen. Außerdem sind schnelle und energiesparende Roboter wie „Samara“ zu erleben, der mit der 15-fachen Erdbeschleunigung Lasten bewegt. jb

Fabrik der Zukunft/PTZ, Pascalstraße 8–9, 17.00–1.00 Uhr

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