Zeitung Heute : Bettina Gaus, Autorin

Befragt von Beatrix Schnippenkoetter

WAS ICH MAG

1. Beim Aufwachen: Wenn ich weiß, dass ich noch Zeit habe für zwei Becher Kaffee im Bett.

2. Zu Hause: Herumzutrödeln, obwohl man eigentlich längst mit der Arbeit hätte anfangen müssen.

3. An den USA: Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft – und die Bereitschaft vieler, sich auch mit Fremden auf lange, ernsthafte Gespräche einzulassen.

4. An Deutschland: Die Verwaltungsgerichtsbarkeit. Ich finde es wunderbar, dass jeder Bürger und jede Bürgerin den Staat verklagen kann und eine Chance hat, Recht zu bekommen. Das ist Demokratie.

5. Am Reisen: Dort zu bleiben, wo es mir gefällt – und nicht zu bleiben, wo es mir nicht gefällt.

6. An meinem Leben: Das Privileg, oft im Beruf genau das tun zu dürfen, was ich auch privat gerne tue – unter anderem meine Meinung sagen.

7. Ein Satz, den ich gerne öfter hören würde:

Der Text ist einfach wunderbar.

WAS ICH NICHT MAG

1. Beim Aufwachen: Wenn ich weiß, dass ich nicht einmal Zeit für einen Becher Kaffee im Bett habe.

2. Zu Hause: Die Erkenntnis, dass diese Küche nun wirklich endlich aufgeräumt werden muss.

3. Am Journalismus: Dass man oft nicht genug Zeit hat zum Nachdenken, und dass man das gelegentlich

Texten auch anmerkt – meinen eigenen und denen von anderen.

4. An Deutschland: Der Zeitaufwand, der mir hier von der Bürokratie abverlangt wird, um mein Leben zu organisieren.

5. Am Reisen: Ich leide unter Flugangst.

6. An Berlin: Wenn Leute Unhöflichkeit mit Folklore verwechseln und denken, die „Berliner Schnauze“ sei ein anderes Wort für Grobheit.

7. Ein Satz, den ich nie wieder hören möchte:

Nein, ich bin sicher, dass du die Autopapiere hast – schau noch mal nach.

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