BEWEGUNGS melder : Bang Bang!

Sandra Luzina über eine ungewöhnliche Kooperation

Sandra Luzina

Einen Bertolt-Brecht-Heiner- Müller-Abend kündigt die Volksbühne als nächste Premiere an – so weit keine Überraschung. Brechts Lehrstück Die Maßnahme von 1930 trifft auf Heiner Müllers Lehrstückkritik Mauser, ein Stück, das 40 Jahre später geschrieben und in der DDR sofort verboten wurde. Am Rosa-Luxemburg- Platz arbeitet man sich mal wieder am Scheitern der Revolution ab. Volksbühnen-Ästhetik reloaded. Hellhörig wird man angesichts des Regie-Duos. Denn Frank Castorf hat sich für „Die Maßnahme/Mauser“ die Choreografin Meg Stuart als Mitstreiterin gesucht, die Artist in Residence an der Volksbühne ist. Meg Stuart ist Amerikanerin, muss also dem ehemaligen Klassenfeind zugerechnet werden. Und lautet nicht der Titel von Castorfs letzter Inszenierung „Fuck off, Amerika“? Eine ausgewiesene Heiner-Müller-Expertin ist Meg Stuart nicht – und radikales Körpertheater macht Castorf ja schon selbst. Insofern kommt man bei dieses Kollaboration doch etwas ins Grübeln. Vielleicht ist dies ja eine verspätete Volksbühnen-Initiierung von Stuart. Mauser ist bekanntlich der Name einer Waffe. Vielleicht wird es ja ein Abend mit einem doppelten Bang!

Volksbühne, Do 20.3., 19.30 Uhr (Premiere), Sa 22.3. und Sa 29.3., 19.30 Uhr, 12-32 €

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