BEWEGUNGS melder : Clown Gottes

Sandra Luzina blickt hinter die Masken eines Künstlers

Sandra Luzina

Waslaw Nijinsky war der Star der „Ballets Russes“ und wurde wie ein Weltwunder gefeiert. Er selbst bezeichnete sich als „Clown Gottes“. 1919 gab der russische Tanzgott seine letzte Vorstellung, denn er litt an Schizophrenie. Den Rest seines Lebens verbrachte er in Sanatorien und Spitälern. 1950 starb er in London. Der legendäre Tänzer hat nicht nur immer wieder die Choreografen inspiriert. Jetzt widmet ihm die bekannte Filmemacherin, Kamerafrau und Regisseurin Elfi Mikesch ein Theaterstück.

„Brennendes Pferd – Partitur aus dem Leben des Waslaw Nijinsky“ basiert auf den Tagebüchern des Russen. Die Aufzeichnungen protokollieren das Abgleiten in den Wahnsinn – Elfie Mikesch liest diese Texte aber fern von aller Pathologisierung auch als Poeme, die stilistisch DaDa und Konkrete Poesie vorwegnehmen und Welterfahrung dekonstruieren. Die Spielhandlung konzentriert sich auf die Petruschka-Figur aus dem gleichnamigen Ballett, die hier in ein leeres Hotel versetzt wird. Waslaw Nijinsky, der traurige Clown, die Puppe mit Seele: Elfie Mikesch, die auch selbst Regie führt, blickt in „Brennendes Pferd“ hinter die Masken des Künstlers.

Theater F 40, Do-So 4.-7.9. und Mi-So 10.-14.9., 20 Uhr,

16 €, erm. 9 €

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