BEWEGUNGS melder : Klartext tanzen

Sandra Luzina verweigert Stereotype schwarzer Körper

Sandra Luzina

Beim Festival „In Transit“ 2005 eroberte Seydou Boro das Publikum im Sturm. In seinem Solo „C'est à dire“ kombinierte der Choreograf aus Burkina Faso Sprache und Bewegung. Er durchtanzte Passagen seines Lebens und redete auch schon mal Klartext. Auf ungemein charmante Art erteilte er den Zuschauern eine Lektion. Denn wie viele Choreografen aus Afrika sah sich Seydou Boro immer wieder mit weit verbreiteten Stereotypen über den schwarzen Körper konfrontiert. Mit der Compagnie Salia Nï Seydou tritt der Künstler nun bei der Eröffnung von In Transit 2008 auf. Salia Sanou und Seydou Boro gründeten das Ensemble 1996, nachdem sie zuvor lange bei Mathilde Monnier tanzten. Sie zählen mittlerweile zu den wichtigsten Protagonisten des neuen afrikanischen Tanzes. Ihr Programm „Weeleni, l’appel“ umfasst drei Soli mit Live-Musik. „Gestes“ untersucht den Körper, der sich den Blicken aussetzt. „Waati, le temps“ reflektiert den Lauf des Lebens, mit all seinen Ängsten und Zweifeln. „fémininmasculin“ ist die Suche nach einem Körper voller Gegensätze. Die Tänzer beobachten einander bei ihren Soli, exponieren sich doppelt – aus dieser Konstellation entsteht der bezwingende Sog des Stückes.

Haus der Kulturen der Welt, Mi 11.6., 22 Uhr, 15/10 €

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