BEWEGUNGS melder : Schwermut und Linderung

Sandra Luzina taucht ab ins Meer der Traurigkeit

Sandra Luzina

„Melancholie ist das Vergnügen, traurig zu sein“, formulierte einst Victor Hugo. Ähnlich sieht es auch Choreograf und Tänzer Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola. Der Baske mit dem imposanten Namen ist ein bekennender Melancholiker – wie so viele Künstler. Ein notorischer Schwarzseher ist er freilich nicht. Nun erhebt er die oft besungene Melancholie sogar zur Kunst. Ars melancholiae heißt sein neues Projekt, an dem er als Choreograf, Performer sowie als Komponist beteiligt ist. Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola hat vier Perfomer um sich geschart, darunter die wunderbare Cora Frost, die als seine Seelenverwandten auftreten. Zusammen werden sie tief eintauchen in ein Meer von Traurigkeit und alle emotionalen Schattierungen auskosten – von der sanften Tristesse bis zur abgründigen Düsternis. Eine besondere Rolle kommt der Musik zu: Sie ist Ausdruck der Schwermut und Linderung zugleich. Der Choreograf hat Texte von John Dowland, William Shakespeare, Baudelaire und Rainer Maria Rilke vertont. Die singenden und tanzenden Melancholiker – sie befinden sich also in bester Gesellschaft. Erwarten darf man einen unterhaltsamen Abend ganz ohne Gute-Laune-Zwang.

Radialsystem, Do 21.2.,

20 Uhr, Fr-So 22.- 24.2., 14-18 €, erm. 10 €

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