Zeitung Heute : Bewerbung: Strategie mit drei Säulen

Uwe Fenner

Das Vorstellungsgespräch ist eine bemerkenswerte Situation: In ein, zwei Stunden müssen suchendes Unternehmen und Bewerber entscheiden, ob sie die nächsten zwei, fünf oder zehn Jahre miteinander verbringen wollen. Vor allem für unerfahrene Berufsanfänger stellen sich so im Vorfeld wichtige Fragen: Soll ich mich verstellen und den angepassten Büromenschen spielen? Soll ich mich natürlich geben, also wie ich bin? Oder soll ich mich extravagant darstellen - etwa um im Gedächtnis meiner Gesprächspartner zu bleiben?

Bei einem Berufseinsteiger kommt es dabei aus Sicht des Unternehmens weniger auf dessen fachliche Kompetenz an. Als Anfänger ohne Berufserfahrung kann er diese noch gar nicht mitbringen. Wichtiger ist der persönliche Eindruck. Daher sollte der Bewerber bei seiner Selbstdarstellung besonders achtsam sein. Der Personalleiter oder potenzielle Vorgesetzte legt besonderen Wert auf drei Haupteigenschaften: Sympathie, Zuverlässigkeit und Dynamik. Auf diesen drei Säulen kann der Bewerber seine Gesprächsstrategie konsequent aufbauen.

Sympathie: Durch einfache Mittel wie häufiges Lächeln, das Suchen und Halten von Blickkontakten und eine dem Gesprächspartner zugewandte Körperhaltung signalisiert der Bewerber Offenheit, Aufnahmebereitschaft und Freundlichkeit - Eigenschaften, die im täglichen Umgang mit den Kollegen, aber auch für ein erfolgreiches Hineinwachsen in das Unternehmen von großer Bedeutung sind. Das geht schon bei der Begrüßung im Vorzimmer los. Lächeln Sie, wenn Sie die Sekretärin begrüßen!

Zuverlässigkeit: Diese Eigenschaft kann schon durch eine passende, situationsadäquate Kleidung signalisiert werden. Sonst fragt sich der Gesprächspartner vielleicht, ob man den Kandidaten überhaupt eines Tages zum Kunden schicken kann. Wichtig ist aber vor allem eine fundierte und sorgfältige Vorbereitung auf das Gespräch. Bei was für einem Unternehmen stelle ich mich vor? Für welche Position? Hierfür kann man sich sogar einen Fragebogen vorbereiten, den man im Gespräch durchgeht. So zeigt man, dass man genau, gründlich und professionell ist.

Dynamik: Siesteht im Zusammenhang mit Zuverlässigkeit. Denn wer gut vorbereitet ist, kann im Gespräch aktiv kluge Fragen stellen, sich interessiert und initiativ zeigen. Vor allem kann er sich kreativ einbringen und selbstständig Rückschlüsse aus seinen vorherigen praktischen Erfahrungen ziehen.

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