Zeitung Heute : BEZIEHUNGSDRAMA

Le premier venu

Julian Hanich

Ein nordfranzösisches Küstenstädtchen mit wenig Sonnenschein: Camille, eine hübsche Frau Mitte Zwanzig, ist hinter Costa her. Der drahtige Ex-Junkie hat sie in Paris möglicherweise vergewaltigt. Sie scheint ihn trotzdem zu lieben. Außerdem tritt Cyril auf, ein Polizist, der Camille toll findet und Costa nicht mag. Meist sieht man die Figuren in Zweierkonstellationen: im Hotelzimmer, am Strand, auf der Straße. Dabei reden sie. Und reden. Und reden. So in etwa lässt sich die Handlung von „Le premier venu“ zusammenfassen. Regisseur Jacques Doillon hat seine gesamte Energie darauf verwendet, die Geschichte absolut kunstlos zu erzählen. Das könnte einen gewissen Reiz haben. Leider geht Doillon bis an die Grenze des Lachhaften. Völlig unbeantwortet bleibt dabei die Frage: Was treibt seine Figuren überhaupt an? Enervierend. Julian Hanich

F /B 2008, 121 Min., R: Jacques Doillon, D: Clementine Beaugrand, Gérald Thomassin

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