Zeitung Heute : Bilder eines Präsidenten

Der Tagesspiegel

Dem ersten Mann unseres Staates, Johannes Rau, ist eine gesunde Neugier zu Eigen, und er steht dazu. Am Dienstag wurde ihm im Schloss Bellevue ein Buch überreicht, von dem er nach eigenem Bekunden noch am Freitag nur gewusst hat, dass es kommt, aber nicht, was kommt. „Johannes Rau, Porträt eines Präsidenten“ lautet der Titel des im Propyläen Verlages erschienenen Bandes, zu dem Christian C. Irrgang die einfühlsamen Bilder und Tagesspiegel-Kolumnist Martin E. Süskind einen geistreichen Essay beigesteuert hat. Dass die Zeitstrecke, die auf den 160 Seiten durchmessen wird, nicht nur die knapp drei Jahre der Präsidentschaft von Rau durchmisst, sondern auch etliche der Jahre zuvor, ist eine kleine, aber leicht zu verschmerzende Ungenauigkeit – die grössere Spanne erlaubt die Präsentation von mehr Situationen und vieler Personen. Wie ein Tag einen Menschen verändert, zeigen zwei Fotos, entstanden beim Staatsbesuch in Finnland im September 2001: Fröhlich, lachend, am Abend des 10. September, voller Fassungslosigkeit, entsetzt, einen Tag danach.

Dass Johannes Rau von der Bildauswahl überrascht wurde, nimmt man ihm gerne ab. Die teilweise spitzbübische Freude, mit der Ehefrau Christina Rau die Reaktionen ihres Mannes und der Gäste beobachtete, spricht freilich für Insiderwissen. Auch mit dabei: Kerstin Kießler, die jetzige Bremer Staatsrätin und frühere Sprecherin Raus, und Deutschlandfunk-Chefredakteur Dieter Jepsen-Föge. apz

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